Flüssigbatterie als Stromspeicher

Batterie für Ökostrom

Ein neues Start-up Unternehmen aus Cambridge will mit seiner Erfindung die Energiewende revolutionieren. Mit Schlichtheit, einem finanzkräftigen Investor und hellen Köpfen will das Unternehmen aus geschmolzenem Metall künftig eine günstige Batterie produzieren, um Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energien zu speichern und bei erforderlichen Lastspitzen im Stromnetz wieder abzugeben – und das innerhalb von Millisekunden.

Die Idee, die hinter der Liquid Metal Battery Corporation (LMBC), einer Ausgründung des Instituts für Technologie in Camebridge, steckt, ist sicherlich nicht neu und wird von vielen Unternehmen verfolgt: Überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien günstig speichern und ihn bei Bedarf schnell in das Stromnetz einzuspeisen. Doch nicht jede Idee hat so finanzstarke Partner, wie das Start-up LMBC. Mit Bill Gates, dem Ölriesen Total und der amerikanischen Forschungsbehörder ARAP Energy sind bereits etliche Millionen Dollar in das 2010 gegründete Unternehmen geflossen. Und das, obwohl eigene Produktionskapazitäten für die Umsetzung der Idee gar nicht erforderlich sind.

Die Betriebsaufnahme erfolgte gut ein Jahr nach der Unternehmensgründung. Mittlerweile sind 17 Mitarbeiter an der Umsetzung der neuen Batterie beschäftigt, um künftig den verheißungsvollen Nischenmarkt der Stromspeicherung zu belegen. Möglich werden soll das durch ein völlig neues Grundprinzip an dem die Köpfe hinter dem Konzern, Chemiker Donald Sadoway und Materialwissenschaftler Gerbrand Ceder, arbeiten.

Hierzu wird ein Metallpulver so lange erhitzt, bis es flüssig wird. Innerhalb dieser Flüssigkeit bilden sich nun drei Schichten, von denen die obere und untere Schicht als Elektrode, die mittlere als Elektrolyt fungiert. Durch die hohe elektrische Leitfähigkeit des Materials wird ein Be- und Entladen binnen Millisekunden möglich. Hergestellt werden soll die neue Batterie in bestehenden Fabriken, eigene Produktionskapazitäten werden nicht gebraucht. Dennoch sind die ersten Batteriemodelle noch teuer. Sie sollen zunächst auf Testmärkten ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen, bis eine billige Massenproduktion ausgereift ist und der Markt erobert werden kann.

Mit diesem Vorgehen will man bei LMBC aus den Fehlern anderer lernen. Oft scheitern Start-ups daran, dass die ausgeklügelten Technologien schlicht und einfach zu teuer sind. Um sich auf dem eher konservativen Markt der Energieversorger etablieren zu können müssen sie schon günstiger sein, als bewährte Technologien. Vielfach entpuppen sich zudem neue, zunächst vielversprechende Materialien für die Stromspeicherung als Reinfall. Im Labor können sie noch punkten, während der industrielle Fertigungsprozess dann die erzielte Kosteneinsparung schnell wieder zunichte macht.

Judith Schomaker

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