Deutlicher Ausbau des Stromleitungsnetzes

Strommast; Foto: shutterstock

Finnland will seine Energieinfrastruktur und Energieeffizienz verbessern und wird in den kommenden Jahren sein Stromleitungsnetz deutlich ausbauen und modernisieren. Mit der in diesem Zusammenhang geplanten Verlegung von Hochspannungsleitungen auf dem Grund der Ostsee und über Land wächst gleichzeitig auch der nordeuropäische Strommarkt enger zusammen.

Innerhalb der nächsten zehn Jahre werden in Finnland 3.000 Kilometer Stromleitungen neu verlegt, etwa 30 Umspannstationen gebaut und die Kapazitäten für Kraftreserven erweitert. Fingrid, der staatliche Betreiber des finnischen Stromleitungsnetzes, beziffert den Finanzbedarf auf 1,7 Milliarden Euro für diese Investitionsprojekte. Künftig werden die Investitionen von Fingrid bei bis zu 200 Millionen Euro pro Jahr liegen.

Bis 2020 38 Prozent des Energieverbrauchs aus Erneuerbaren

Im vergangenen Jahr hat der Netzbetreiber seine Investitionspläne für den Zeitraum 2010 bis 2020 bekannt gegeben. Der Plan berücksichtigt bereits die Bereitstellung von weiterer Netzinfrastruktur für rund 2.500 Megawatt zusätzliche Energie, die durch geplante Windenergie- und Kernkraftkapazitäten gewonnen wird.

Die Erweiterung der Leitungsinfrastruktur ist wichtige Voraussetzung für Finnlands energiepolitische Ziele. Bis 2020 will Finnland 38 Terawattstunden aus erneuerbaren Energiequellen konsumieren, was dann 38 Prozent seines Energieverbrauchs entsprechen würde. Um dieses ehrgeizige Ausbauziel zu erreichen, wurden für Biomasseenergie, Windkraft und Geoenergie (Wärmepumpen) verstärkte Fördermaßnahmen angekündigt.

Größere Zusammenarbeit bei der Elektrizitätsversorgung in Nordeuropa

Hierfür werden leistungsstärkere Stromleitungen als bisher benötigt: Beispielsweise ist der Ausbau einer 220 Kilovolt-Leitung auf 400 Kilovolt in West-Finnland geplant, um die hier vorgesehenen Windkraftanlagen zu vernetzen. Der weitere Ausbau und die Modernisierung des bestehenden Netzes ist erforderlich weil neue, über Finnlands Grenzen hinausgehende Stromleitungen entstehen sollen.

Diese mit Finnlands Netzen verbundenen Leitungen dienen der wachsenden internationalen Zusammenarbeit bei der Elektrizitätsversorgung in Nordeuropa, von denen auch Deutschland profitiert. Um die Versorgungssicherheit des gesamten nordeuropäischen Netzes zu erhöhen, sind auch auf finnischer Seite immense Ausbaumaßnahmen notwendig.

Daniel Seemann

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