Erstes Wasserstoff-Hybridkraftwerk ist in Betrieb

Wasserstoff-Infotafel; Bild: shutterstock

In Prenzlau in der Uckermark ist am 25. Oktober das erste Wasserstoff-Hybridkraftwerk in Betrieb gegangen. Drei Windturbinen mit je zwei Megawatt Nennleistung erzeugen Strom, der dann teilweise in einen 500-Kilowatt-Druck-Elektrolyseur fließt und durch Elektrolyse von Wasser Sauerstoff und Wasserstoff erzeugt. Strom, der aktuell nicht für die Elektrolyse gebraucht wird, fließt in das allgemeine Stromnetz. Die Speicherung des Wasserstoffs erfolgt in vorhandenen Erdgastanks.

Wenn die Stromnachfrage groß und das Windenergieangebot gering ist, speist man den gespeicherten Wasserstoff in einem Gemisch mit Biogas in zwei 350 Kilowatt-Blockheizkraftwerke (BHKW) ein. Jedes BHKW produziert etwa 2.700 Megawattstunden Strom und 2.250 Megawattstunden Wärme.

Die überschüssige Wärme aus den Blockheizkraftwerken soll in das Wärmenetz der Stadt Prenzlau fließen und kann bis zu 80 Einfamilienhäuser beheizen. Der Strom wird bedarfsgerecht in das europäische Stromnetz eingespeist. Der Wasserstoff sorgt auch für den Antrieb von Fahrzeugen. Ab Ende 2011 soll zum Beispiel eine Tankstelle am Flughafen Berlin-Brandenburg für eine Wasserstofflieferung in die Hauptstadt sorgen.

Bei dem Hybridkraftwerk handelt es sich um eine reine Pilotanlage, die mit „gewöhnlichen“ Kraftwerke nicht vergleichbar ist, und dem Austesten der neuen Technologie dient. Rund 21 Millionen Euro fließen insgesamt in das Projekt. Die Förderung kommt aus der Gemeinschaftsaufgabe Ost und dem 7. Rahmenplan für Forschung und Entwicklung Brandenburg. Das Unternehmen Enertrag aus Dauerthal steuert zwei Millionen Euro für die Erforschung und Entwicklung des Kraftwerkes bei. Es sollen zehn qualifizierte Arbeitsplätze gesichert und sechs neue geschaffen werden. An dem Vorhaben beteiligt sind unter anderem die Deutsche Bahn, Vattenfall und Total.

Enertrag hat umfassende Informationsmaterialien auf seine Webseite gestellt. Dort werden unter anderem verschiedene Betriebsmodi erklärt, in denen das Hybridkraftwerk gefahren werden kann.

Susanne Kirsch

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