ErockIT – Schwitzen war gestern

ErockIT

Wer kennt das nicht. Der Weg zur Uni oder zur Arbeit wäre so einfach und schnell, wenn da nicht dieser Berg wäre, den es jeden Tag mit dem Fahrrad zur erklimmen gilt. Dies hat nun für Mutige ein Ende. 2005 wurde ErockIT von Stefan Gulas in Berlin gegründet. Das Unternehmen verspricht ein völlig neues Zweiradkonzept, das dieses Jahr zum ersten Mal in Serie gegangen ist. Durch die Räder von Stefan Gulas verwischen die Grenze zwischen Fahrrad und Motorrad. Ein Rad kombiniert erstmals Muskelkraft und Einsatz des Fahrers auf der einen und die Leistung eines Motors auf der anderen Seite. Doch wer sich jetzt aufs Ausruhen freut, und glaubt der Motor ersetze die Muskelkraft, der irrt sich. Das Rad wird wie ein normales Fahrrad bedient.

Die revolutionäre Erneuerung basiert auf dem Prinzip der Muskelkraftmultiplikation. Die aufgebrachte Kraft wird von einem Generator registriert und speist eine Nano-Phosphat-Lithium-Ionen-Batterie. Gleichzeitig wird über einen zweiten Generator die Kraft um einen Faktor von bis zu 50 multipliziert und ans Hinterrad weitergegeben. Dadurch kommt man auf 13 PS und kann mit bis zu 80 Kliometern pro Stunde durch die Stadt rasen. Durch diese für ein Fahrrad unnatürliche Schnelligkeit fühlt man sich „normalen“ Fahrradfahren und vor allem Fußgängern schnell überlegen.

Rasch kann man in den Geschwindigkeitsrausch verfallen und die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten leicht überschätzen. So rät der Menschenverstand bei einem Human-Hybride® Schutzkleidung zu tragen. Auch ein Nummernschild ist angesagt. Helm und Führerschein sowie eine KfZ -Versicherung sind sowieso Pflicht.

Erste Diskussionen werden laut, ob es zu verantworten ist, mit einem ErockIT überhaupt auf den Fahrradwegen zu fahren. Meiner Meinung nach gefährdet das unnötigerweise andere Verkehrsteilnehmer. Was auch fraglich ist, ist die Tatsache, dass man mit einem ErockIt sogar auf der Autobahn fahren darf.

Wer sich ein solches Gefährt zulegen will, muss tief in die Taschen greifen. Rund 13.000 Euro kostet die Innovation. Noch dazu wiegt es gut 110 Kilogramm. Also nichts für zarte Frauen und einen Schnellstart an der Ampel. Laut Stefan Gulas ist das ErockIT jeden Euro wert. Man zieht garantiert die Blicke von Passanten und neidischen Bikern auf sich und tut noch etwas für die Umwelt. Das Rad verbraucht keinen Sprit und bei Spitzengeschwindigkeiten von 80 Kilometern pro Stunde kann man das Auto getrost den einen oder anderen Tag zu Haue lassen.

Felicitas Wagner

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