Elektroprodukte im Greenpeace-Test

Alle drei Monate prüft die Umweltorganisation Greenpeace die größten Hersteller von Computern und anderen elektronischen Geräten auf ihre Umweltverträglichkeit. Dabei geht es um Faktoren wie die Energieeffizienz der Geräte, den Einsatz chemischer Substanzen bei der Herstellung und die Recyclingfreundlichkeit. Bisher konnten die Probanden nie wirklich überzeugen, im Gegenteil: Nintendo landete regelmäßig auf dem letzten Platz.

Das japanische Unternehmen hat eigentlich ein sehr kinderfreundliches Image. Da sollte man meinen, die Verwendung von Giftstoffen bei der Herstellung von Playstation & Co. sei ausgeschlossen. Doch in Sachen Umweltbemühungen bewegt sich der Konzern laut Greenpeace in den letzten Jahren kaum. Immer noch werde PVC in den Geräten verbaut, die Kunden erhalten keinerlei Anhaltspunkte zu den Recyclingmöglichkeiten für die Geräte. Auch ein unabhängiges Gutachten, wie viel CO2 das Unternehmen in die Luft pustet, ist auf der Internetseite nicht zu finden, ebenso wenig wie Informationen zur Nutzung von erneuerbaren Energien bei der Produktion. Mit einer Note von 1,4 von zehn möglichen Punkten im aktuellen Test des Ökoverbandes sind die Japaner daher das Schlusslicht.

Nach dem aktuellen Testergebnis aus dem Januar schafften nun Nokia und Sony Ericsson zum erstem Mal, was ihnen und ihren Elektronik-Konkurrenten jahrelang verwehrt worden ist: Der grüne Ritterschlag für weitgehend schadstoffarme und umweltfreundliche Produkte. Der finnische Handyhersteller Nokia ist absoluter Spitzenreiter beim Ausschluss von giftigen Produktionsstoffen aus dem Produktionszyklus, nur bei der Energieeffizienz hapert es noch ein wenig. Sony Ericsson auf Platz zwei hat in Sachen Giftstoffe auch nicht schlecht abgeschnitten, nur beim Recycling gibt es noch Nachholbedarf.

Auf dem dritten und vierten Platz folgen Toshiba und Philips, die aber in Punkto Lobbyarbeit mehr tun könnten, meinen die Greenpeace-Experten. Auch Apple und HP werden von der Umweltorganisation für relativ schadstoffarme Produkte gelobt. Zurückgefallen sind dagegen Samsung, Dell, Lenovo und LG Electronics.

Auch die Informationspolitik der meisten Hersteller zur Umweltverträglichkeit habe sich verbessert, so Greenpeace. So seien demnach auf den Internetseiten der Hersteller Hinweise auf umwelttechnische Standards der verschiedenen Produkte deutlicher dargestellt und prominenter platziert worden. Das mache es den Kunden wesentlich einfacher, ihre Kaufentscheidungen auch nach Umweltkriterien auszurichten.

Mehr zum Greenpeace-Ratgeber der grünen Elektronik gibt es HIER 

Daniel Seemann

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