E-Zweiräder – Sinn oder Unsinn

Elektrisch angetrieben Fahrräder, im Fachjargon auch Pedelec (englisch für „Pedal Electric Cycle“) genannt, eigentlich nur etwas für Rentner, Menschen mit körperlichen Einschränkungen und Faule? In den letzten Jahren kommen sie immer mehr in Mode und die Verkaufszahlen steigen jährlich.

Der Gedanke an ältere Menschen, denen die Fortbewegung per Muskelkraft oftmals schwer fällt, ist ja noch gut nachvollziehbar, aber für andere, gesunde Menschen? Radfahren als Fortbewegungsmittel ist körperlicher Betätigung an frischer Luft, meist aus Vergnügen oder bei einigen aus ökologischen Gründen, um zur Arbeit oder zum Einkauf zu kommen. Vielen Menschen, zugegeben bequemen Menschen, ist es aber zu viel Mühe, regelmäßig Strecken mit dem Fahrrad zurückzulegen. Wohnt man dann auch noch bergig, verlieren viele ganz schnell die Lust und legen notwendige Strecken lieber mit dem Auto zurück. Vielleicht kann unter diesem Aspekt ein solches E-Fahrrad, trotz seines zusätzlichen Energieverbrauchs, doch ökologisch sinnvoll sein.

Bei den E-Fahrrädern dient ein kleiner, leiser Elektromotor der Pedalunterstützung, einfach ausgedrückt, ein Fahrrad mit Trethilfe durch einen Elektro-Hilfsmotor. Tritt der Fahrer nicht selbst, dann gibt der Motor auch keine Leistung ab. In Deutschland gilt ein Pedelec deshalb rechtlich als gewöhnliches Fahrrad und ist von der Helmpflicht befreit. Nicht desto trotz ist aus Sicherheitsgründen ein Fahrradhelm empfehlenswert. Angetrieben durch einen Akku, dessen Lebensdauer bis zu 20 000 Betriebsstunden beträgt, sind auch hügelige Strecken oder Gegenwind leichter zu ertragen. Ist der Akku verbraucht, kann er an jeder Steckdose wieder aufgeladen werden. Dieser Vorgang dauert meist nur drei Stunden und das Gefährt ist wieder einsatzbereit für durchschnittlich 50 Kilometern Reichweite.

Die Entwicklung hat in den letzten Jahren einen enormen Schub bekommen, sodass die Pedelecs alltagstauglicher werden und einen immer größeren Marktanteil erzielen. Wünschenswert wäre es, wenn diese Marktanteile eine neue Zielgruppe fürs regelmäßige „Radfahren“ begeistern würde, beispielsweise diejenigen, die sonst das Auto für den Weg zur Arbeit genommen hätten.

Aufgeladen mit selbst erzeugtem Strom von hauseigenen Solarzellen oder vom solarbedachten Fahrradständer beim Arbeitgeber, könnte es sogar ein ökologischer Fahrradtrend werden.

Ludger Schomaker

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