Niederländer will mit Bäumen in Plastikboxen den Klimawandel verlangsamen

Pieter Hoff mit seiner Waterboxx

Können Bäume den Klimawandel verlangsamen? Können Bäume in Wüsten und auf kargen Böden gepflanzt werden? Diese Fragen hat sich der Niederländer Pieter Hoff gestellt und mit der Entwicklung der Waterboxx eine Art Schutzhülle für junge Bäume entwickelt. Die Plastikbox wird am Anfang mit 20 Litern Wasser gefüllt. Die jungen Bäume beziehungsweise Pflanzen bekommen davon täglich 50 Milliliter ab, so viel, dass sie davon leben können. In den Boden gepflanzt, wird eine Papierschablone (Verdunstungsschutz) auf den Boden um die Samen beziehungsweise Setzlinge gelegt und die Wasserbox darüber gestülpt. Die Wasserbox wird mit Nägeln am Boden befestigt, um Schäden durch Winde oder Regen an den Pflanzen und Bäumen zu verhindern.

Die Wurzeln der kleinen Bäume und Pflanzen suchen sich im Boden und sogar durch Felsgestein hindurch das Wasser. Nach etwa einem Jahr können sie ohne Wasserbox überleben und wachsen. Angepflanzt werden können alle Arten von Bäumen und Pflanzen, wichtig ist nur, dass sie nach bis zu zwei Jahren genug Wasser im Boden finden, um zu überleben. Natürlich können auch auf kargen Böden nur Bäume angepflanzt werden, die sich in den klimatischen Bedingungen zu recht finden und auch ohne fremde Hilfe weiter wachsen können.

Die Idee ist bereits in den Jahren 2005 bis 2009 in kleineren Tests in den Niederlanden, Spanien, Marokko und den USA erprobt worden. Im gleichen Zeitrau hat Hoff sich seine Erfindungen patentieren lassen. Insgesamt fünf Patente hat er angemeldet, um seine Ideen zu schützen. Nun will die eigens gegründete Firma Hoffs im laufenden Jahr großangelegte Projekte in Kalifornien, Kenia, Marokko und Spanien mit 15.000 Wasserboxen durchführen. Die Projekte sollen zeigen, dass die Vision Hoffs, zwei Milliarden Hektar Land mit jungen Bäumen in Wasserboxen zu bepflanzen, verwirklicht werden kann. Nach Angaben der Seite worldometers wurden im Laufe dieses Jahres bisher weltweit etwa 7,7 Millionen Hektar Wald gerodet.

Hoff möchte mit seiner Erfindung gleich drei Fliegen auf einen Streich erschlagen. Er will

  • verödete Gebiete wieder aufforsten und damit die Bildung von Wüsten stoppen,
  • Kleinbauern (zum Beispiel in Afrika) stärken, indem sie die angepflanzte Biomasse verkaufen und
  • mit den angepflanzten Bäumen CO2 binden und so den Klimawandel zumindest verlangsamen.

Dabei denkt der frühere Blumenzüchter durchaus unternehmerisch, denn Bäume bedeuten große Mengen an Biomasse und große Mengen an Biomasse können in Zukunft viel Geld einbringen, egal an welchem Standort.

Nun sucht die Firma nach Investoren und Abnehmern für die Wasserbox. Auf der Unternehmenshomepage ruft Hoff Universitäten und Forschungsinstitute aus allen Nationen auf, seine Erfindung zu erproben und eigene Projekte zu initiieren.

Matuzalem Rodriguez

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