Bürger tappen nicht mehr im Dunkeln

Gemeinden geben in der Regel viel Geld für ihre Straßenbeleuchtung aus. Bei kleinen Kommunen machen die Ausgaben oft 50 Prozent der Energiekosten aus, da die Beleuchtungssysteme häufig veraltet sind. Um dennoch Kosten zu sparen, schalten einige Städte zu nachtschlafender Zeit einfach ihre Straßenlaternen (partiell) ab. Wie Gemeinden Geld bei der öffentlichen Beleuchtung sparen und dennoch ihren Bürgern ein hohes Sicherheitsgefühl geben können, hat die Firma Luxsoli aus Gera am 17. und 18. November auf der Energiemesse „Stadt-Land-Umwelt 2010 Schleswig-Holstein“ in Kiel vorgestellt.

Licht nach Bedarf

Die auf die Entwicklung und Produktion von Leuchten mit Licht emittierenden Dioden (LED) spezialisierte Luxsoli GmbH hat das „mitlaufende Licht“ entwickelt. Gekoppelt mit Bewegungsmeldern, liefern die Straßenleuchten ein bedarfsorientiertes Licht. Sobald Passanten in den Erfassungsbereich der Sensoren gelangen, dimmt sich das Licht ein. Da die Leuchten drahtlos untereinander kommunizieren, ist der Weg sogar schon vor dem Verkehrsteilnehmer beleuchtet. Für Fußgänger, Jogger oder Radfahrer nimmt durch das mit- und vorauslaufende Lichtfeld die Zahl so genannter Angsträume deutlich ab.

Kosteneinsparung
Dank des „mitlaufenden Lichts“ lassen sich, laut Hersteller, je nach Verkehrsaufkommen bis zu 95 Prozent der aktuellen Energiekosten einsparen. Schließlich verbrauchen die LEDs auch wesentlich weniger Strom als konventionelle Straßenlampen. Außerdem sinken aufgrund ihrer Langlebigkeit – die sich durch den rein bedarfsorientierten, statt dauerhaften Einsatz erneut verlängert – die Wartungskosen.

Die Leuchten lassen sich am Netz, solar sowie im Hybrid-Modus betreiben.

Weniger Lichtverschmutzung

Die LED-Technologie ist verträglicher für Pflanzen und Tiere, vor allem für nachtaktive Insekten. „Lichtverschmutzung ist eine bis heute wirkende Altlast aus den 1970er-Jahren. Ein erheblicher Teil der Strahlung wird bei älteren Leuchten unkontrolliert in den Nachthimmel oder in Wohnräume abgegeben“, betont Luxsoli-Geschäftsführer Ralf Mades. „Moderne Technik macht dieser Umweltsünde ein Ende. Das Licht wird dorthin gerichtet, wo es tatsächlich gebraucht wird“, fährt Mades fort.

Modellprojekt in Düsseldorf
In Düsseldorf gibt es derzeit ein Modellprojekt von Luxsoli. Die Beleuchtung eines Weges am Rheinufer dimmt sich bei Bedarf ein und wieder aus. Laut Mades freuen sich nicht nur Passanten über mehr Beleuchtungskomfort, auch die Stadt profitiere davon, in dem sie viel Energie spare. Eine Sanierung veralteter Anlagen amortisiere sich für eine Kommune häufig in weniger als zehn Jahren allein durch die Energieeinsparung, so Mades.

Corinna Lang

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