Batterie zur Entsalzung von Meerwasser

Salz

Trinkwassergewinnung aus Meerwasser ist bisher nur durch relativ aufwändige und teure Entsalzungsverfahren, meistens durch Kondensationsprozesse oder die sogenannte Umkehrosmose, möglich. Einem Forscherteam der Ruhruniversität Bochum gelang es jetzt, eine einfachere Methode zu entwickeln. Bei dieser wird mittels eines Elektrodenpaares nach dem Batterieprinzip aus Meerwasser Salz unaufwändiger und zudem energiesparender
entfernt. Mit zunehmender Trinkwasserknappheit in Folge des Klimawandels kann eine einfache Entsalzung neue Wasserressourcen erschließen und damit verbesserte  Lebensbedingungen für am Meer gelegene Länder bedeuten.

Bei diesem neu entwickelten Verfahren werden eine positiv und eine negativ geladene Elektrode in das zu entsalzene Wasser eingebracht. Die im Wasser gelösten Salzionen fließen zu den Elektroden, und werden so dem Wasser entzogen. Im nächsten Schritt wird das nun entsalzene Meerwasser durch anderes, noch nicht behandeltes, ersetzt und die Spannung wird umgekehrt angelegt. Nun fließen die Salzionen wieder von den Elektroden weg und reichern sich im neuen Wasser an, das dadurch aufkonzentriert wird. Jetzt kann die Batterie wieder zum Entsalzen verwendet werden. Das Prinzip ist die Umkehrung eines zuvor von Forschern der Stanford University entwickeltes Verfahren, bei dem in einer elektrochemischen Zelle Strom durch Wasser mit unterschiedlichen Salzgehalten erzeugt werden konnte.

Bis jetzt wird Meerwasser durch dieses Prinzip aber nur um etwa 50 Prozent entsalzt, und für Trinkwasser wäre eine Entsalzung von mindestens 98 Prozent vonnöten. Das ist mit dem Batterieverfahren prinzipiell zwar auch, durch mehrmaliges Entsalzen des gleichen Wassers, erreichbar, aber die Forscher wollen die Methode noch weiterentwickeln, damit Trinkwasserqualität dann mit einmaligem Durchgang erreicht werden kann. Auch die Effizienz der Methode soll noch verbessert werden, denn bis jetzt ist sie noch kleiner als bei der Umkehrosmose. Um es dann wirklich einfach in betroffenen Gebieten einsetzen zu können, soll es außerdem weiter automatisiert werden.

Maria Martin

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