Batterie mit Jahrhunderte langer Lebensdauer

Kommt nach dem aktuellen Verbot der Glühbirne bald auch das Batterieverbot? Wenn es nach Forschern der Universität Missouri ginge, wäre das durchaus denkbar. Ihnen ist es gelungen, eine Radionuklidbatterie zu entwickeln, die Millionen mal soviel Leistung bringt, wie eine herkömmliche Batterie. Diese Atombatterie könnte demnach fast unendlich lange verwendet werden, laut Angaben der Forscher mehrer Hundert Jahre lang.

Die Verwendung von Atombatterien ist dabei keineswegs eine gänzlich neue Erfindung des technologischen Zeitalters von heute, schon seit vielen Jahren werden diese Hochleistungsbatterien im militärischen Bereich, in der Raumfahrt oder im Unterwasser-Sektor eingesetzt. Dabei arbeiten sie wesentlich effizienter als herkömmliche Batterien, die als elektrochemische Energiespeicher und Energiewandler die gespeicherte chemische Energie, durch eine elektrochemische Redoxreaktion bei der Entladung, in elektrische Energie umwandeln und somit unabhängig vom Stromnetz Verbraucher mit Strom versorgen. Die Radionuklidbatterie hingegen wandelt thermische Energie, freigesetzt durch radioaktiven Zerfall von Radioisotopen, in elektrische Energie um. Größtes Problem bei dieser Form der Energiefreisetzung war bislang die Strahlungsenergie, die beim Betrieb die eingesetzten festen Halbleiter beschädigen konnte. Das Forscherteam um Jae Kwon minimiert das Risiko jedoch um ein Vielfaches, indem es bei der neuartigen Atombatterie flüssige Halbleiter einsetzt. Ebenfalls ist die geringe Größe ein enormer Durchbruch und ermöglicht zahlreiche differenzierte Einsatzbereiche – von Unterhaltungselektronik bis hin zur Medizin. Das endgültige Ziel der Forscher aus Missouri ist eine noch höhere Leistungsfähigkeit der Mini-Atombatterie und eine weitere Verringerung ihrer Größe – letztendlich soll insbesondere die Dicke noch geringer ausfallen, als die eines menschlichen Haars.

Schon heute finden atombetriebene Hochleistungsbatterien im Miniaturformat in der Medizin ihren Platz, beispielsweise zum Betrieb von Herzschrittmachern. Ob und in welchem Maße in Zukunft winzige Atombatterien in Unterhaltungselektronik und Co. zum Einsatz kommen und die herkömmlichen Batterien verdrängen, bleibt jedoch fraglich. Schließlich ist der Gedanke daran, dass heimische Geräte mit einem kleinen Atomreaktor betrieben werden, lange nicht für jeden Konsumenten akzeptabel.

Judith Schomaker

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