Batterie Baum

„Wozu Steckdosen? Bei uns kommt der Strom aus dem Baum.“ So lautet das Motto von Professor Babak Parviz und seinem Team. Die Wissenschaftler der Universität Washington. entdeckten, dass der Oregon-Ahorn (Acer macrophyllum) Strom mit Niedrigspannung liefert, mit dem Nanoschaltkreise betrieben werden können.

Der gewonnene Strom hat zwar nur eine Spannung im Bereich von mehreren hundert Millivolt, kann aber Sensoren betreiben, mit denen zum Beispiel Waldbrände gemeldet oder die Luftqualität gemessen werden kann.

Wie das Handelsblatt berichtet, nutzten die Wissenschaftler diese Erkenntnis und bauten ein Gerät mit Wandler, das mit dem Baumstrom betrieben werden kann. Der Wandler, der mit einer Spannung von nur 20 Millivolt arbeitet, ist nötig, um diese niedrige Spannung zu speichern und als höhere wieder auszugeben, nämlich 1,1 Volt. Sie ist geringer als bei einer AA-Batterie (diese liefert 1,5 Volt) und genügt zum Betreiben kleinster Sensoren.

Um Energie zu sparen, verfallen die elektronischen Bauteile in den Ruhezustand. Dies war ein großes Problem bei der Entwicklung, da das System dann in diesem Zustand verharrt und nicht mehr aufwacht. Um das zu vermeiden, wurde ein Wecker entwickelt, der in regelmäßigen Abständen Stromstöße von 350 Millivolt aussendet und das System damit am dauerhaften Ruhezustand hindert.

Das Phänomen Baumstrom sei, laut Parviz, etwas Anderes als das bekannte Experiment mit der Kartoffel, bei dem Elektroden aus unterschiedlich edlen Metallen mit der Frucht reagieren und so Strom erzeugen. Dennoch hat der Wissenschaftler keine genaue Erklärung. Er vermutet eine ähnliche Signalübermittlung wie im menschlichen Körper, die aber langsamer verläuft.

Judith Kronberg 

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