Stärkere Nutzung von Bioenergie

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Tempel in Alishan, Taiwan; Foto: WikiLaurent (Wiki Commons)

Taiwan baut die Nutzung von Energie aus Biomasse aus, um mit thermaler Biomasseverwertung und Biogasnutzung eine stetige Stromversorgung sicher zu stellen. In Taiwan ist die Bioenergie, die direkt aus natürlichen Rohstoffen wie Pflanzen, Biogas oder Abfällen gewonnen wird, nach der Wasserkraft der zweitwichtigste erneuerbare Energieträger.

Die Förderung der Bioenergie ist Teil der nachhaltigen Energieversorgungspolitik Taiwans, die durch den Renewable Energy Development Act von 2009 propagiert wird. Dieser soll Investitionen in erneuerbare Energien durch Anreize wie garantierte Stromtarife für unabhängige Produzenten oder eine finanzielle Unterstützung für die Anlaufkosten von Projekten fördern.

Für Produzenten von Elektrizität aus erneuerbarer Energie – außer Solarstrom –, die 2011 mit einem der taiwanesischen Elektrizitätsversorgern einen Vertrag abschließen, garantiert die taiwanesische Regierung in den nächsten 20 Jahren eine feste Einspeisevergütung.

Biokraftwerke mit 1.400 Megawatt elektrischer Leistung bis 2025

Taiwan hat bis Ende 2010 eine Bioenergie-Kapazität von 815 Megawatt aufgebaut. Bis 2025 soll die elektrische Leistung insgesamt 1.400 Megawatt betragen. So jedenfalls sieht es die Zielvorstellung des Wirtschaftsministeriums vor. Taiwan verfolgt mit dem weiteren Ausbau der Bioenergie-Nutzung drei Ziele: die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern, den Energiemix zu diversifizieren und die Treibhausgasemissionen zu senken. Dabei wird die Kraft-Wärme-Kopplung an Bedeutung gewinnen, da sie im Gegensatz zu Wind und Sonnenkraft die Grundlast sicherstellt und ohne Ausbau der Stromnetze dezentral zur Verfügung steht.

Hingegen ist die Erzeugung von Biokraftstoffen deutlich in den Hintergrund getreten. Zwar erhält die lokale Entwicklung der Biodiesel-Versorgung Unterstützung, jedoch ist das Ziel der Bioethanol-Gewinnung aus den staatlichen Plänen so gut wie verschwunden. Es ist billiger, Biokraftstoffe zu importieren, als sie in Taiwan zu produzieren. Um den festen Müll der mehr als 23 Millionen Einwohner Taiwans zu nutzen, wird dieser teilweise zu Brennstoff verarbeitet. Mit Demonstrationsanlagen hat das Industrial Technology Research Institute (ITRI) hier Akzente gesetzt.

Schweinezucht liefert Biomasse

Gerade die Agrarwirtschaft bietet ein noch ausbaufähiges Entwicklungsfeld für Bioenergie. Vor allem die umfangreiche Schweinezucht mit einer hohen Menge täglich anfallender Gülle liefert reichlich Biomasse, die als Bioenergie nutzbar gemacht werden könnte.

Die Nutzung von Biomasse und Abfall hilft nicht nur, die lokale Energieversorgung zu verbessern, sondern auch die Treibhausgasemissionen zu verringern. So hat das ITRI errechnet, dass die Umwandlung von nur 15 Prozent der städtischen Abfälle Taiwans in Brennstoff dazu beitragen kann, den Kohlendioxidausstoß des Landes um 980.000 Tonnen pro Jahr zu senken.

Daniel Seemann

 

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