T20 Summit: Global Solutions

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Teilnehmer T20 Summit
Forscher und Experten aus aller Welt trafen sich auf der T20 Konferenz © Global Solutions / Tobias Koch

Nach dem Treffen der G7 kommt die Zusammenkunft der G20. Bevor sich jedoch Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in etwa einem Monat in Hamburg treffen, trafen sich die T20 Anfang dieser Woche in Berlin. Auf der „Global Solutions“-Konferenz  trafen sich führende internationale Think Tanks und Wissenschaftler, um Lösungsvorschläge für globale Probleme zu erarbeiten, die sie im Anschluss den G-20-Staaten überreichten.

Eines der Kernthemen war dabei die Klimapolitik. „Kaum ein anderes Politikfeld wird so sehr von wissenschaftlichen Erkenntnissen vorangetrieben wie die Klimapolitik“, erklärte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks am Montag auf dem T20 Gipfel in Berlin. „Es kommt nun darauf an, dass wir als G20-Staaten Mut beweisen und die großen Chancen nutzen, die uns das Paris-Abkommen und die 2030-Agenda bieten. Es geht um einen weltweiten Modernisierungsschub hin zu nachhaltigeren, klimaverträglicheren Wirtschaftsweisen.“

Insgesamt wurden 20 konkrete Vorschläge für folgende Themenbereiche formuliert:

  • Digitalisierung
  • Eine stabile, nachhaltige und widerstandsfähige Wirtschaft schaffen
  • Klima- und Finanzpolitik
  • Hunger bekämpfen, Ungleichheiten abbauen, mit Migration umgehen
  • Die Agenda 2030: Ein universeller Rahmen für die Entwicklung der Menschheit

Die Lösungsvorschläge für die Klima- und Finanzpolitik lauten:

  • Förderung des Durchbruchs der Kräfte des Marktes, um klimaschonendes Wachstum zu unterstützen und fördert die Gründung Staatsfonds in den G20-Ländern, um Klimaschutz.
  • Förderung von kohärentem Management der Verteilungseffekte der Klimaschutzpolitik.
  • Förderung von kleinen und mittlere Unternehmen auf dem Feld der Umwelttechnik („Green-Technology“).
  • Standardisierung von Anwendungen der ökologischen Finanzwirtschaft.

Für besonders viel Zündstoff sorgte insbesondere ein neuer Report zum „High-level Commission on Carbon Pricing“, der auf dem T20 Gipfel vorgestellt wurde. Erstellt von einer 13-köpfigen Kommission von Klimaökonomen aus aller Welt kommt der Bericht zu dem Schluss, dass bereits 2020 ein Niveau von 40 bis 80 US-Dollar (rund 35 bis 70 Euro) pro Tonne CO2 erreicht werden, um den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf „deutlich unter zwei Grad Celsius“ zu begrenzen, wie es im Paris-Vertrag festgelegt ist. Im Jahr 2030 sollten es dann 50 bis 100 US-Dollar sein. Die Kommission wurde von dem Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und dem britischen Ökonom Nicholas Stern geleitet. Stern warnte, dass sich die Infrastruktur angesichts der aktuellen Wachstumsrate der Weltbevölkerung die Infrastruktur sich in den nächsten zwei Jahrzehntem verdoppeln werde: „Passiert das auf Basis der heutigen, sehr schmutzigen Technologien, ist das Zwei-Grad-Limit nicht erreichbar.“

Hendricks begrüßte den Report: „Der Bericht unterstreicht, wie wichtig es ist, CO2 einen Preis zu geben, und er zeigt, wie man diese Bepreisung gestalten kann. Wir brauchen effektive CO2-Preise als Anreize für Investitionen in CO2-arme Infrastruktur und Technologien.“

„Indem wir CO2-Emissionen mit einem Preisschild versehen, sagen wir endlich die Wahrheit,“ betonte Kommissionsmitglied Ottmar Edenhofer und schlägt vor: „Entwicklungs- und Schwellenländer könnten aus der Klimafinanzierung Unterstützung erhalten, um die Kosten auszugleichen, die durch höhere CO2 Preise verursacht werden. Die G20 könnten hier den Grundstein legen.“ Edenhofer ist Ökonomieprofessor, der das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) in Berlin leitet und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung ist.

Den vollständigen „High-level Commission on Carbon Pricing“-Bericht finden Sie hier.

Quellen:
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/20-vorschlaege-was-die-think-tanks-der-welt-den-g20-chefs-raten/19867478.html
http://www.bmub.bund.de/pressemitteilung/hendricks-klimaschutz-braucht-beitrag-von-wissenschaft-und-think-tanks/
http://www.klimaretter.info/forschung/hintergrund/23191-oekonomen-fordern-co2-preis-von-100-dollar