Syrien will Pariser Klimaabkommen beitreten

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Syrien will Pariser Klimaabkommen beitreten
COP23: Die letzten Länder erklären ihren Beitritt zum Pariser Klimaabkommen ©BMUB/Sascha Hilgers

Nachdem Anfang Juni die USA unter Präsident Donald Trump ihren Austritt aus dem Klimavertrag von Paris ankündigte, waren die Sorgen groß. Klimaschützer befürchteten weitere Länder könnten folgen und ihre Zusagen nicht einhalten. Stattdessen scheint der Austritt der USA aus dem Klimaabkommen den Rest der Welt darin bestärkt zu haben, sich weiter mit dem Klimaschutz auseinander zu setzen. Pünktlich zu Beginn der diesjährigen Klimakonferenz (COP 23) in Bonn, unter der Schirmherrschaft des Inselstaates Fidschi, kündigt auch Syrien an dem Klimaabkommen beitreten zu wollen.

Syrien folgt dem Beispiel Nicaraguas und ist damit das letzte Land der Erde, das dem Abkommen zustimmt. Dabei ist das vom Krieg zerrüttete Land eines, das die Folgen des Klimawandels bereits schmerzhaft zu spüren bekommen hat. Einer Studie von US-Klimaforschern zufolge könnte eine langanhaltende extreme Dürreperiode im Land den Krieg letztendlich zum Ausbruch gebracht haben. Das Cleanenergy Project berichtete.

Dem Klimaabkommen beitreten und Einigkeit zeigen

Die syrische Delegierte der Weltklimakonferenz COP23, Yara Hazzory, gab am Dienstag bekannt, dass Syrien Teil des Klimaabkommens von Paris werden will. Dafür habe die syrische Regierung am 26. Oktober ein entsprechendes Gesetz erlassen, das Hazzory zufolge „den Beitritt der Arabischen Republik Syrien zum Pariser Klimaabkommen bestimmt. Das Beitrittsdokument wird sehr bald an die UN übermittelt.“ Die Entscheidung wurde weithin begrüßt. „Es ist höchst erfreulich, dass Syrien soeben angekündigt hat, dem Pariser Klimaabkommen beitreten zu wollen“, sagte Sabine Minninger, Klimareferentin von Brot für die Welt. „Die Welt zeigt angesichts des verheerenden Klimawandels Einigkeit.“

Kritik des US-Außenministeriums

Die Regierung der USA hingegen, die nun hinsichtlich des Klimavertrags völlig isoliert dasteht, kritisierte die Entscheidung Syriens. So erklärte eine Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert: „Wenn die Regierung von Syrien sich so sehr darum sorgt, was in die Luft geblasen wird, würde sie nicht ihr eigenes Volk vergasen.“

Nächste Klimakonferenz in Paris ohne US Präsident Donald Trump

Die internationalen Gespräche zum Thema Klima werden für dieses Jahr mit dem Klimagipfel in Bonn jedoch noch nicht vorbei sein. So kündigte Frankreichs Präsident Macron für den 12. Dezember eine weitere Klimakonferenz in Paris an, zu der er bereits Teilnehmer aus gut 100 Ländern eingeladen hat – Präsident Donald Trump ist nicht dabei.

Quellen:
http://www.dw.com/de/syrien-k%C3%BCndigt-beitritt-zum-pariser-klimaschutzabkommen-an/a-41275678
http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-11/pariser-klimaabkommen-syrien-beitritt-usa-isoliert
http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-11/klimapolitik-usa-syrien-klimaabkommen-paris