„Summendes Rheinland“ für biologische Vielfalt ausgezeichnet

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"Summendes Rheinland" ausgezeichnet
Verbesserung des Lebensraumes von Wildbienen

Noch bis morgen findet in Berlin die 82. Internationale Grüne Woche statt. Am Stand des Bundesumweltministeriums warb Staatssekretär Jochen Flasbarth für mehr Natur in der Landwirtschaft. Dabei zeichnete er das Projekt „Summendes Rheinland – Landwirte für Ackervielfalt“ als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt aus. Das zukunftsweisende Projekt wird von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft in der Niederrheinischen Bucht durchgeführt.

Der Zusammenschluss von Landwirten und Naturschützern setzte sich im Oktober 2013 das gemeinsame Ziel, die Lebensbedingungen von Wildbienen und anderen Insekten im Bereich der Niederrheinischen Bucht, also dem Dreieck zwischen Köln, Bonn und Aachen, zu verbessern. Die fruchtbaren Böden der Region eignen sich besonders für den Anbau hochwertiger Lebensmittel, was im Umkehrschluss aber dazu führt, dass es an geeigneten Nistplätzen wie Nahrungsquellen für Bestäuber mangelt.

Die an dem Projekt teilnehmenden Landwirte setzen für die Verbesserung dieser Umstände auf drei Maßnahmen. Gegen Ende des Sommers sorgen blühende Zwischenfrüchte bis in den Herbst hinein für eine Verbesserung des Nahrungsangebots. Außerdem bieten sie vielen Tieren unverzichtbare Möglichkeiten zur Überwinterung. Gleichzeitig widmet sich das Projekt der Aufwertung der Säume rund um das Ackerland. Sie bergen ein hohes Potential den Insekten Lebensraum zu bieten. Zusätzlich werden sogenannte Gabionen installiert, mit unterschiedlichem Nistmaterial befüllte Drahtkörbe, die den Bestäubern Brut- und Überwinterungsmöglichkeiten bieten.

Das „Summende Rheinland“ wird aber nicht bloß als offizielles Projekt der UN-Dekade ausgezeichnet. Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt den Verbund als Projekt mit Modellcharakter ebenfalls mit 800.000 Euro. Umweltstaatssekretär Flasbarth lobte: „Das Projekt ‚Summendes Rheinland‘ sensibilisiert den landwirtschaftlichen Berufsstand und die Bevölkerung für die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft. Es ist ein gutes Beispiel dafür, was auch in einer intensiv genutzten Ackerbauregion wie der Niederrheinischen Bucht für den Naturschutz und insbesondere für die gezielte Förderung von Wildbienen und anderen Bestäubern getan werden kann. Die Erfahrungen aus diesem Projekt bilden eine wichtige Grundlage für die künftige Ausgestaltung von Agrarförderprogrammen und die notwendige Neuausrichtung der Landwirtschaft auf mehr Nachhaltigkeit und Biodiversitätsschutz.“

Wildbienen gelten als die wichtigsten Bestäuber vieler Wild- und Ackerpflanzen. Ertrag und Qualität der Ernten erhöhen sich, wenn nicht nur Honigbienen, sondern auch möglichst viele verschiedene Arten ihrer wilden Verwandten bei der Bestäubung beteiligt sind. In unserer intensiv genutzten Agrarlandschaft mangelt es den Wildbienen allerdings an Nistplätzen und geeigneten Überwinterungsmöglichkeiten. Das hat zur Folge, dass von den in Nordrhein-Westfalen vorkommenden 320 Arten bereits 45 Prozent als gefährdet gelten. 45 Wildbienenarten sind bereits ausgestorben.

Quelle: UNDekade Biologische Vielfalt

 

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