Studie: Klimaschutz rechnet sich auch wirtschaftlich!

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Green Economy

Der volkswirtschaftliche Nutzen des Klimaschutzes wird bereits im Jahr 2050 dreimal so groß sein wie die Kosten, so das Ergebnis einer aktuellen Studie von Prof. Dr. Olav Hohmeyer (Flensburg) im Auftrag von Germanwatch. Der Ökonom taxiert den weltweiten volkswirtschaftlichen Nutzen eines ambitionierten Klimaschutzes schon in 35 Jahren auf rund 16 Billionen Euro.

Die von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch angefertigte Studie untersucht, welche volkswirtschaftlichen Schäden durch eine Politik, die das Zwei-Grad-Limit einhält, verhindert werden könnten. Die dabei anfallenden Investitionskosten werden dem gegenüber gestellt. Der Weltklimarat IPCC hatte die Kosten ambitionierten Klimaschutzes in seinem jüngsten Bericht auf rund fünf Billionen Euro weltweit geschätzt, war laut Germanwatch dabei einer ökonomischen Quantifizierung der Schäden jedoch weitgehend ausgewichen.

„Wenig Ambition beim Klimaschutz vernichtet künftigen Wohlstand“, erklärt Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „Unsere Studie zeigt, dass neben humanitären und moralischen auch starke volkswirtschaftliche Gründe dafür sprechen, möglichst deutlich unter dem Zwei-Grad-Limit zu bleiben. Um das zu erreichen, müssen die Staats- und Regierungschefs in Paris nun die Tür zum weltweiten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas bis Mitte des Jahrhunderts aufstoßen.“

Prof. Hohmeyer kommt in seinem Vergleich zu dem Schluss, dass der Nutzen des Klimaschutzes im Jahr 2050 weltweit bei mehr als dem Dreifachen der Kosten liegen würde. Ohne Klimaschutz läge das globale Bruttosozialprodukt mehr als 10 Prozent unter der Wirtschaftsleistung, die bei einer konsequenten Klimaschutzpolitik zu erwarten sei. Weitere positive volkswirtschaftliche Effekte, beispielsweise durch den Umstieg auf ressourcenschonendes Wachstum, könnten dieses Ergebnis ergänzen.

Für ein umfassendes Bild der Kosten-Nutzen-Rechnung hinsichtlich eines ambitionierten Klimaschutzes, betrachtet die Untersuchung neben vermiedenen materiellen Schäden auch verhinderte Todesopfer. Laut Germanwatch liegen der Studie europäische Wertvorstellungen zugrunde, die unter anderem auf  dem Gleichheitsgrundsatz der UN-Menschenrechtskonvention beruhen. Dieser besagt: „Jeder Mensch ist gleich viel Wert“. Ausgehend von diesem Gleichheitsgrundsatz wurden, im Gegensatz zu einigen gängigen Wirtschaftsmodellen, keine Unterschiede für den Wert von Menschenleben anhand von Kaufkraft oder anderer Kriterien gemacht. Der Weltklimarat IPCC hatte in seinem jüngsten Bericht noch von einem solchen Vergleich abgesehen. Zu stark unterschieden sich die Wertvorstellungen unterschiedlicher Staaten, etwa bei der Berücksichtigung von Schäden und Menschenleben künftiger Generationen oder von reichen und armen Menschen.

Berücksichtigt man diese europäischen Wertmaßstäbe jedoch, wird laut der neuen Studie deutlich, wie effizient ambitionierter Klimaschutz aus rein volkswirtschaftlicher Sicht ist.

„Bereits 2050 übersteigt der Nutzen die Investitionskosten des Klimaschutzes um das Dreifache“, so Prof. Dr. Olav Hohmeyer. „Das Kosten-Nutzen-Verhältnis wird danach weiter exponentiell besser. Prinzipiell sinkenden notwendigen Ausgaben für den Umbau der Wirtschaft stehen dann rasant steigende Schadenskosten gegenüber, falls die Staaten auf ambitionierten Klimaschutz verzichten.“

 

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