Biokraftstoff-Herstellung mit minimalen Umweltschäden

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Biokraftstoffe lösen fossile Brennstoffe ab
Biokraftstoffe sollen in Zukunft fossile Brennstoffe ablösen

Auf der Erde herrscht akuter Platzmangel. Die Weltbevölkerung wächst und damit auch der Bedarf an landwirtschaftlicher Anbaufläche. Das Ergebnis sehen wir täglich: Wälder werden überall auf der Welt weiträumig gerodet. Doch gerade in den Regenwaldgebieten sind diese Wälder essentiell für das Überleben aller Lebewesen des Planeten. Dennoch schwinden sie tagtäglich zugunsten von mehr Fläche für die Nahrungsmittelproduktion.

Doch nicht nur aufgrund des Nutzpflanzenanbaus zur Lebensmittelversorgung müssen Wälder gerodet werden. Auch die Produktion von Biokraftstoffen verlangt nach immer mehr Platz. Künftig werden noch mehr Flächen für die Pflanzung von Raps, Palmöl und Getreide zur Herstellung der „grünen” Kraftstoffe benötigt, denn diese nachwachsenden Rohstoffe stellen eine wertvolle, weil nachwachsende Alternative zu den fossilen Brennstoffen dar. Biokraftstoffe gelten aktuell als eine Option zur Senkung der Treibhausgasemissionen im Transportbereich.

Die Rodung von Wäldern zur Schaffung von landwirtschaftlicher Nutzungsfläche bezeichnet man als indirekte Landnutzungsänderung (indirect land use change; ILUC). Umweltaktivisten sehen darin jedoch eine große Gefahr für den Planeten und wehren sich deshalb zum Teil immens gegen den die Nutzung von Biodiesel und Bioethanol.

Forscher der Universität Utrecht könnten jetzt, im Rahmen einer Fallstudie, möglicherweise eine Lösung zur Vermeidung der ILUC entdeckt haben. Finanziert vom niederländischen Ministerium für Infrastruktur und Umwelt, untersuchten sie über zwei Jahre in verschiedensten Anbaugebieten von Polen bis Indonesien, wie man künftig auf die ILUC verzichten könnte.

Das Ergebnis: Essentiell sei vor allem der Anbau von Biokraftstoffen auf bislang unzureichend genutztem Land. Dies in Verbindung mit einer Produktivitäts- und Ertragssteigerung beim Anbau, seien die Kernpunkte für die Vermeidung der ILUC. Gezeigt habe sich das unter anderem in Polen. Barbara Wicke, eine der Wissenschaftlerinnen an der Utrechter Universität sagte dazu, eine einzige Woiwodschaft (polnischer Verwaltungsbezirk) habe genug Potential, um das Gesamtziel des Landes zur Produktion von Biokraftstoffen bis 2020 zu erreichen – ohne indirekte Landnutzungsänderung.

In den anderen Ländern, die im Rahmen der Studie untersucht wurden, konnten ähnliche Ergebnisse beobachtet werden.

 

2 Responses

  1. ralfihere

    16. Januar 2015 23:55

    Es geht um mehr als Energiepflanzen.

    Laut der Food and Agricultur Organization der United Nations (FAO) leiden 805 Millionen Menschen an Hunger. In den Medien wird über Energiepflanzen als Ursache für Lebensmittelknappheit und Hungersnöte berichtet. Über die weitaus größeren Ursachen ist in den Artikeln nichts zu lesen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass der Anbau von Energiepflanzen das zentrale Problem darstellt.

    Die Fleischindustrie, die für den Anbau von Viehfutter 33 Prozent der weltweit fruchtbaren Ackerflächen in Anspruch nimmt, stellt tatsächlich ein sehr großes Problem dar.

    Das zweite, nicht weniger große Problem ist die verantwortungslose Verschwendung von Lebensmitteln. Alleine in Deutschland werden pro Jahr 3 Millionen Tonnen an Obst und Gemüse weggeworfen. Auch Fleisch, Fisch, Backwaren, Milchprodukte usw. landen auf dem Müll.

    Die weltweit produzierten Lebensmittel würden ausreichen, um keinen Menschen auf der Welt hungern zu lassen. Ein geringerer Fleischkonsum käme uns allen und den Tieren zugute.

  2. GünterB

    21. Oktober 2015 7:39

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    Da wird geforscht und geforscht mit Millionen an Forschungsgeldern, um dann
    den sogenannten “Biotreibstoff” im PKW mit Verbrennungsmotor zu verfahren. Vermutlich hat nur die Glühbirne einen noch schlechteren Wirkungsgrad als ein PKW mit Verbrennungsmotor.
    Gerademal 16 % der Energie im Treibstoff kommt an den Rädern für die Fortbewegung an.
    Plus der Verluste von Erdölsuche und Förderung usw. sogar nur ca. 8 %.
    http://www.greengear.de/notwendigkeit-verbrennungsmotor
    Viel effizienter wäre es, wenn man den Treibstoff vom Feld im BHKW im Keller einsetzt, wo auch die Abwärme genutzt werden kann und man auf ca. 80 % Wirkungsgrad kommt.
    Immerhin werden fast 50 % der Nutzenergie in Deutschland für Heizwärme verbraucht.

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