Klimaschutz: Frankfurt, die nachhaltigste Stadt der Welt

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Fragt man einen Deutschen danach, was ihm bei Frankfurt am Main als erstes in den Sinn kommt, denken die meisten wahrscheinlich vor allem an den Bankendistrikt und die größte Skyline Deutschlands. Nur wenige würden Frankfurt sofort mit Ökologie und Nachhaltigkeit in Verbindung bringen. Doch genau das könnte sich aufgrund einer aktuellen Studie jetzt ändern. Denn laut des „Sustainable Cities Index“ von Arcadis ist Frankfurt die nachhaltigste Stadt der Welt. Die Autoren der Studie kamen zu dem Ergebnis, dass ökologische und soziale Kriterien in keiner anderen Stadt der Welt so groß geschrieben werden wie in der Mainmetropole.

Ökoexperten der Planungs- und Beratungsgesellschaft Arcadis analysierten in Zusammenarbeit mit dem Londoner Wirtschaftsforschungsinstitut Centre for Economics and Business Research 50 Metropolen auf der ganzen Welt anhand von verschiedenen Kriterien (Demands), den „drei Säulen der Nachhaltigkeit“. Für jede der drei Säulen vergaben sie eine Platzierung. Dann erstellten sie anhand dieser Teilplatzierungen und des Gesamteindrucks der jeweiligen Stadt ein globales Nachhaltigkeits – Ranking.

Der „Sustainable Cities Index“ verdeutlicht Städten ihren Entwicklungsstand und zeigt Möglichkeiten auf, um für das Wohl ihrer Bewohner wirtschaftlich und ökologisch nachhaltiger zu werden, sagte John Batten, Global Cities Director bei Arcadis. Es sei heute wichtiger denn je, dass Städte zu einem möglichst großen Gleichgewicht zwischen ihrer Attraktivität als Lebens- und Arbeitsort, den Finanzen und der Begrenzung von Umweltschäden finden würden.

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

Teilbereich Menschen (Demand People)
Im Teilbereich Menschen untersuchten die Experten unter anderem Wohnsituation, Bildungsgrad, Lebenserwartung, Infrastruktur und das Gleichgewicht von Arbeit und Leben (Work–Life -Balance). Frankfurt schnitt dort zwar nicht als erster ab, kam aber auf einen guten neunten Platz und liegt damit weltweit in den Top Ten. Auf dem ersten Platz in diesem Bereich liegt Rotterdam, Die Experten begründeten das vor allem mit dem hohen Alphabetisierungsgrad und der guten Work-Life-Balance der niederländischen Hafenstadt. Am schlechtesten abgeschnitten hat hier die kenianische Hauptstadt Nairobi.

Generell habe die Studie leider gezeigt, dass der Faktor Mensch in fast allen Metropolen der Erde eine eher untergeordnete Rolle spiele, so das Fazit der Studie. Denn die anderen beiden Kriterien (siehe unten) seien fast in jeder Stadt besser erfüllt worden. Vor allem in Hong Kong gebe es eine große Diskrepanz zwischen einem hohen Bildungsgrad und einer schlechten Work-Life-Balance. Auch der immer teurer Wohnungsmarkt, vor allem in Städten wie New York, London oder Paris zeige, dass der Faktor Mensch oft zugunsten der Ökonomie vernachlässigt werde.

Teilbereich Umwelt (Demand Planet)
Im Teilbereich Umwelt wurde vor allem auf das städtische Entsorgungssystem, die Luftverschmutzung, auf vorhandene oder nicht vorhandene Grünflächen und den CO2- Ausstoß der jeweiligen Metropole geachtet. In diesem Bereich liegt Frankfurt auf dem ersten Platz, dicht gefolgt von der deutschen Hauptstadt Berlin. Vor allem die gute Abfallwirtschaft und die vergleichsweise saubere Luft der beiden Städte hätten die Experten überzeugt. In der Gesamtwertung liegt Berlin übrigens auf einem sehr guten sechsten Platz.

Europa hat in Punkto Umwelt generell gut abgeschnitten. Acht von zehn Städten in den Top Ten sind europäisch. Auf dem letzten Platz in diesem Bereich liegt Doha, die Hauptstadt von Katar. Doch auch Los Angeles (43. Platz) und Dubai (47. Platz) haben im Bereich Umwelt schlecht abgeschnitten. Hinsichtlich des CO2 – Ausstoßes liegen alle nordamerikanischen Städte – gemeinsam mit Städten aus dem Mittleren Osten – in der unteren Hälfte des Rankings.

Teilbereich Wirtschaft (Demand Profit)
Auch in diesem Bereich konnte Frankfurt punkten und liegt laut Studie auf dem ersten Rang des Städtevergleichs. Die Öko-Experten untersuchten neben dem Bruttoinlandsprodukt das Pro-Kopf Einkommen, die Bedeutung im globalen Handelsnetzwerk und den „Ease of doing Business“, also die bürokratischen Hindernisse bei Geschäftstätigkeiten.

Frankfurt überzeugte die Autoren der Studie vor allem, da dort die Bürger in die Städteplanung und Entwicklung mit einbezogen werden. Auch die große Bedeutung für den nationalen und internationalen Handel trug zur Etablierung der Führungsposition der Mainmetropole bei. Auf dem zweiten Platz liegt London, gefolgt von Hong Kong. Schlecht abgeschnitten haben in diesem Teilbereich vor allem Nairobi und Wuhan, die Hauptstadt der Provinz Hubei in China.

Fazit:
Bei allen drei Säulen der Nachhaltigkeit haben vor allem die europäischen Städte überzeugt und führen damit im globalen Städtevergleich. Sieben europäische Städte liegen auf den ersten zehn Plätzen. Von allen europäischen Städten am schlechtesten abgeschnitten hat Rom. Die Hautstadt Italien liegt mit einen 24. Platz jedoch noch immer im guten Mittelfeld. Mit Frankfurt als nachhaltigste Stadt der Welt und Berlin auf einem guten sechsten Platz kamen gleich zwei deutsche Metropolen in die Top Ten.

Frankfurts Umwelt- und Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig sagte zu der Gesamtwertung, Frankfurt erreiche oft gute Plätze in Nachhaltigkeitsrankings. Doch der Sustainable Cities Index verdiene besondere Beachtung, denn er sei ein Beleg für die erstaunliche Innovationskraft der europäischen Städte. Neben Frankfurt haben sich demnach vor allem London auf Platz zwei, Kopenhagen auf Platz drei und Amsterdam auf Platz vier den Titel „Nachhaltigste Städte der Welt“ verdient.

 

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