Strom im Schuh

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Joggen

Von wegen „Sport ist Mord“! Im Gegenteil: Vertreter dieser Meinung dürften bald eines Besseren belehrt werden und auf den sportlichen Geschmack kommen, denn jeder Schritt führt zu mehr Unabhängigkeit – zumindest von der nächsten Steckdose! Die Rede ist vom neuen Mini-Generator, der, in der Schuhsohle versteckt, beim Laufen so viel Strom erzeugt, dass Handy, Laptop und Co. künftig via „easy going“ aufgeladen werden können.

Zwei US-Forscher haben sich dem allbekannten Problem gestellt, dass Akkus von mobilen Geräten schon nach wenigen Arbeitsstunden ihren Dienst quittieren und ausgerechnet dann keine Steckdose in Reichweite ist. Und selbst wenn die unsichtbare Ladung zur Verfügung steht, haben spätestens dann mobile Geräte ihren eigentlichen Zweck trotzdem verfehlt – ihren Besitzer mobil und unabhängig arbeiten zu lassen. Abhilfe verspricht das so genannte „reverse electrowetting“, dass es nach Berechnungen der beiden Erfinder Tom Krupenkin und Ashley Taylor pro Fuß auf einen Ertrag von zehn Watt bringt. Ein kleiner Stromgenerator wandelt dabei Bewegung in Strom um, wobei er sowohl auf Druck, als auch auf Vibration reagiert und sich daher bestens in der Schuhsohle aufgehoben ist.

Wie funktioniert nun das Energiesystem aus der Schuhsohle, dass genügend Strom liefert, um Handy, Laptop und weitere mobile Geräte zu betreiben?

Eigentlich ganz einfach! Der Kern dieser Technologie besteht aus etlichen Tröpfchen von einer leitenden Flüssigkeit, die eingebettet zwischen zwei Schichten liegen. Diese Schichten bestehen aus speziell strukturiertem Dünnfilm von dem bestimmte Bereiche leitend sind. Sie dienen somit als Kontaktfläche für die Tröpfchen, die sich bei Druck und Vibration bewegen und entsprechend ihre Überlappung mit der Kontaktfläche verändern. Verringert sich nun diese Kontaktfläche, so fließen Teile der elektrischen Spannung, die normalerweise zwischen Tröpfchen und Schicht gehalten wird, über einen elektrischen Leiter ab. Mit dem so gewonnenen Strom lassen sich nun die entsprechenden Geräte betreiben.

Für eine angestrebte Ausbeute von zehn Watt sind dabei rund 1.000 Tröpfchen der leitenden Flüssigkeit nötig. Je mehr Tröpfchen, desto höher die Energieausbeute! Die Übertragung zum Medium, dass durch die „erlaufene“ Energie betrieben werden soll, kann dabei sowohl über eine Kabelverbindung, als auch über eine Funkschnittstelle drahtlos übertragen werden. Ein Kabel am Schuh ist also nicht zwingend notwendig. Und übrigens: So sportlich muss der Träger des Energieschuhs dabei gar nicht sein. Schon normales Gehen erzeugt genügend konstante Energie für den Betrieb mobiler Geräte.

Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings: Noch ist die neue Technologie nicht marktreif. Die beiden US-Forscher haben jedoch schon einmal vorsorglich eine Firma für die spätere Vermarktung ihrer Erfindung gegründet: Die Firma Instep Nanopower!

Judith Schomaker

 

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