Stoppt die Zerstörung des indonesischen Regenwaldes

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Indonesien - Raubbau der Palmöl-Industrie
Indonesien - Raubbau der Palmöl-Industrie

Letztes Jahr brannten Millionen Hektar indonesischer Regenwald. Die Katastrophe zerstörte die Lebensgrundlage bedrohter Tierarten, vergiftete die Atemluft und setzte gewaltige Mengen klimaschädliches CO2 frei. Der Grund für die verheerenden Feuer ist der Mensch und die weltweite Nachfrage nach Palmöl. Für dessen Anbau werden riesige Waldgebiete gerodet. Die Umweltschutzorganisation Green-peace fordert daher in ihrer aktuellen Online-Petition: Stoppt schmutziges Palmöl!

Waldbrände sind in den Regenwäldern Borneos und Sumatras in Indonesien seit über 30 Jahren keine Seltenheit mehr. Bereits in den 1980er Jahren begann die Palmöl-Industrie große Waldgebiete zu roden und Torfmoorlandschaften trockenzu-legen, um Platz für den Anbau der Ölpalmen zu schaffen. Einige Plantagenbesitzer nutzen dazu auch die Trockenzeit im Sommer. Dann legen sie Feuer – eine effektive und billige Methode der Urbarmachung. Das ist zwar illegal, doch viele lassen sich davon nicht abschrecken.

Auch 2015 wüteten die Brände – doch diesmal war es anders. Bis Ende Oktober erfassten Satellitenbilder fast 120.000 aktive Feuer. Der Rauch breitete sich bis in die bewohnten Gebiete aus. Je nach Windrichtung sogar bis nach Singapur und in die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur. Der Smog war oft so dicht, dass Schulen geschlossen bleiben und Flüge gestrichen werden mussten. Vielen Bewohnern wurde geraten, nur mit Atemmaske vor die Tür zu gehen. Tausende mussten wegen Atemwegserkrankungen behandelt werden.

Es war eine Verkettung der Umstände und der jahrzehntelange Raubbau an der Natur, der zu diesen desaströsen Bränden geführt hatte. Wie jedes Jahr waren die ersten Feuer hausgemacht. Doch die Brände gerieten bald außer Kontrolle und breiteten sich immer weiter aus. In den trockengelegten Mooren wüteten unterirdische Schwelbrände, die riesige Mengen Methan und andere Treibhausgase freisetzten. Alle Löschversuche schlugen fehl.

Der vergangenes Jahr besonders stark auftretende El Nino verschärfte die Situation zusätzlich. Das Klimaphänomen brachte eine besonders langanhaltende Dürreperiode in weiten Teilen Südostasiens. Auch die Regenzeit, die die Brände Ende Oktober normalerweise stoppt, blieb zunächst aus. Erst Mitte November fielen die ersten langanhaltenden Regenfälle. Zurück blieb eine verbrannte Landschaft. Insgesamt zerstörten die Brände zwischen September und November eine Fläche von 1,8 Millionen Hektar – das entspricht etwa der Größe von Sachsen.

Tausende bedrohter Tiere, wie der Orang-Utan, fielen den Flammen zum Opfer, ihr Lebensraum wurde zerstört und 1.500 Millionen Tonnen CO2 wurden in die Atmosphäre geblasen. Das ist etwa so viel wie Japan in einem Jahr emittiert. Medien und Umweltschützer sprachen von der vielleicht schlimmsten Umweltkatastrophe des 21. Jahrhunderts. Was bleibt ist die Frage nach den Verantwortlichen.

Die Auswertung der Satellitenbilder durch die Organisation Global Forest Watch zeigte sehr schnell: Die Brandherde liegen fast ausschließlich in den Gebieten der Zellstoff- und Palmöl-Firmen. Zufall? Eher nicht. Doch wer die Feuer gelegt hat, lässt sich im Einzelfall wohl nicht nachweisen. Konsequenzen für einige Unternehmen sind dennoch nicht ausgeschlossen. Anfang 2014 verhängte die indonesische Regierung eine Rekordstrafe von 9,4 Mio. US-Dollar gegen die Palmölfirma PT Kallista Alam für illegale Brandrodung sowie 21 Mio. US-Dollar für die Wiederaufforstung der betroffenen Gebiete.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace ruft aktuell zur Teilnahme an einer Online-Petition auf. Bereits letztes Jahr hat der indonesische Präsident Joko Widodo umfassende Maßnahmen zum Schutz der Torfmoorlandschaften zugesagt. Doch das allein reiche nicht, schreibt Greenpeace. Auch die Palmöl- und Zellstoffindustrie müsse endlich Pläne und Taten zum Schutz der Regenwälder ergreifen. „Firmen wie PepsiCo, Colgate-Palmolive und Johnson & Johnson reden gerne laut und breit über ihre „Null-Entwaldungs“-Verpflichtungen. Aber trotz aller Pläne und Versprechen schreitet die Waldzerstörung in Indonesien ungebremst voran“, so die Umweltschutzorganisation.

Greenpeace bittet Sie deshalb, die Online-Petition zu unterzeichnen und so ein Zeichen zum Schutz der indonesischen Regenwälder und gegen den Raubbau der Palmöl-Industrie zu setzen.

Quelle: Greenpeace / Zeit.de

 

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