Steine im Kampf gegen die Luftverschmutzung

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Niederländische Forscher von der Technischen Universität Eindhoven haben Pflastersteine entwickelt, die die Luft reinigen. Die innovativen Steine, nur zehn auf 20 Zentimeter groß, sind mit Titandioxid beschichtet, das als Photokatalysator wirkt.

In Autoabgasen sind Stickstoffoxide (NOx) enthalten, die die Luft verschmutzen und zu Smog und saurem Regen führen. Der Photokatalysator nutzt Sonnenlicht, um diese Stickstoffoxide in Nitrat umzuwandeln. In Laborversuchen wurde bereits gezeigt, dass die Steine 30 bis 40 Prozent der Schadstoffe aus der Luft entfernen. Optisch unterscheiden sie sich nicht von herkömmlichen Pflastersteinen.

 

Auf Straßen, in denen Pflastersteine unpraktisch sind, kann das Titandioxid auch mit offenem Asphalt vermischt werden und zu gewöhnlichem Straßenbelag verarbeitet werden. Auch für Hauswände soll der Belag geeignet sein, so dass man als Bürger aktiv gegen die Luftverschmutzung vorgehen kann.

Was in Laborversuchen bereits nachgewiesen wurde, konnte nun auch im Feldversuch gezeigt werden. In Hengelo wurden auf einer stark befahrenen Straße 1.000 Quadratmeter mit den neuen Steinen ausgelegt. Messungen zeigten eine NOx-Reduktion von 25 bis 40 Prozent im Vergleich zu einer mit normalen Steinen ausgelegten Strecke. Weitere Messungen sind für dieses Jahr geplant. Da die Beschichtung als Photokatalysator wirkt, ist nur Sonnenlicht nötig, die Temperatur spielt keine Rolle.

Weitere Vorteile, die die Steine bieten: Sie können Pflanzenbewuchs und Schmutz abbauen, sodass sie immer sauber sind. Inklusive Herstellung, Verlegung und Grundierung kosten die Steine nur zehn Prozent mehr als herkömmliche, obwohl die Steine an sich schon 50 Prozent teurer sind als die Konkurrenten. Eine super Sache also.

Das einzige Problem könnte in der Umwandlung von NOx zu Nitrat entstehen. Dieses wird vom Regen weggespült und ist zwar umweltverträglich, wird jedoch als Düngemittel verwendet. Gelangt das Nitrat beispielsweise auf Felder kommt es zu einem vermehrten Nährstoffeintrag. Dieser wird nicht von allen Pflanzen und Tieren toleriert und kann negative Folgen für die Biodiversität haben.

Felicitas Wagner

 

2 Responses

  1. GerdBlohm

    30. August 2010 11:44

    Für die Luftreinigung sicher gut. Mit den Messungen sollten aber zugleich die Auswirkungen von Nitrat genauso gründlich untersucht werden. Zu beachten ist auch, dass Nitrat in das Grundwasser gelangen wird und schon jetzt in vielen Bereichen der Nitratgehalt im Grundwasser über dem Grenzwert für Kleinkinder liegt.
    Jede wissenschaftliche Entwicklung sollte ganzheitlich gerpüft werden. Wir erleben doch schon vielfach, dass seinerzeit gut Gedachtes nun für Pflanzen, Tiere und Menschen und die Erde insgesamt nachteilig bis katastrophale Wirkungen hat.
    Ist es nicht sinnvoller, mit mehr Konsequenz die Quellen der Luftbelastung abzubauen?!

  2. Folke Hirt

    31. August 2010 10:18

    … guter Kommentar von GerdBlohm.

    Rumdoktern an Symptomen und nach der unsinnig eindimensional-carteniasischen Denke der letzten Jahrhunderte eben genau nur zu solch eindimensional wirksamen Loesungen kommen koennen.

    In der Natur hat’s keinen “Abfall”.

    Aber immerhin …

    Man koennte vielleicht auch einfach so weitermachen. Kurz bevor alles kaputt geht, kommt dann die Oeko-Notdiktatur, wo dann endlich nachdruecklichst und schnell ‘was getan werden muss/kann.

    Faende das piecemeal economic engineering – Verfahren sicherlich besser … 😉

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