Leidet die Spermaqualität unter Luftverschmutzung?

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A Lots of Human Sperm Cell under the Microscope Illustration

Die produzierte Spermienanzahl von Männern hat sich in den letzten 40 Jahren mehr als halbiert. Wissenschaftler diskutieren, woran dies liegen könnte und sind sich uneinig. Nun gibt es eine neue Studie aus Südostasien, die interessante Befunde aufgedeckt hat. Demnach könnte die sinkende Spermaqualität und stark sinkende Fruchtbarkeit von Männern mit der miserablen Luftqualitität in vielen Städten in Verbindung gebracht werden.

Ein Team von Wissenschaftlern, geführt von der Chinese University of Hong Kong, hat Spermien von fast 6500 Männern untersucht und eine „starke Verbindung“ zwischen hohen Konzentrationen an Feinstaubemissionen und „abnormaler Spermienformen“ festgestellt. Die Studie ging der Frage auf die Spur:

Leidet die Spermaqualität unter Luftverschmutzung?

Auch wenn der Effekt laut des Journals für Occupational & Environmental Medicine „relativ klein“ sei, könne der Effekt dennoch zu Unfruchtbarkeit einer „signifikanten Anzahl von Paaren“ führen. Allerdings gab die Studie Unklarheiten zu. Demnach sind sich die Wissenschaftler nicht sicher, wie genau sich Feinstaub auf die Spermaentwicklung auswirkt. Doch die Wissenschaftler sind sich sicher, dass viele Feinstaubkomponenten, wie Schwermetalle und mehrkernige aromatische Kohlenwasserstoffe, Spermien beschädigen können.

Allan Pacey, Professor für Andrologie an der University of Sheffield, hält die Befunde für „durchaus interessant“. „Durch diese und andere Studien verstärkt sich meine Meinung, dass Luftverschmutzung das Potential für einen negativen Effekt auf die reproduktive Gesundheit von Männern hat. Die Frage ist nur, in welchem Ausmaß der Effekt beschrieben werden kann.“

Luftverschmutzung beschädigt nicht nur Spermien, sondern führt jährlich zu mindestens 9 Millionen frühzeitigen Todesfällen

Auch wenn noch keine eindeutigen Schlussfolgerungen aus der Studie gezogen werden können, so ist eines klar bewiesen. Luftverschmutzung führt zu über 9 Millionen vorzeitigen Toden. Damit übersteigt mangelhafte Luftqualität als Todesursache das Rauchen, Krankheiten wie AIDS, Malaria und Tuberkulose, Fehl- und Mangelernährung, Verkehrsunfälle sowie Kriege. Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die weltweiten, vorzeitigen Todesfälle. Dabei schätzen Wissenschaftler, dass die Anzahl der Tode durch Luftverschmutzung in der Realität weitaus höher ist.

Luftverschmutzung

Der Großteil der Verschmutzung geschieht in den ärmeren Ländern

Tatsächlich sind giftige Luft, Wasser, Böden und Arbeitsplätze verantwortlich für Krankheiten, die einen von sechs Menschen weltweit töten. Diese Zahl geht aus dem Landmark Report hervor und ist erschreckend. Der Großteil der Tode durch Verschmutzung geschieht heutzutage in ärmeren Ländern. Indien, Tschad und Madagaskar sind gute Beispiele. Internationale Wissenschaftler warnen: Diese Last führt auch zu immensen wirtschaftlichen Nachteilen für Entwicklungsländer.