Eine unkonventionelle Batterie aus Papier

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Batterie aus Papier
Saliva wird als neue Antriebsressource für eine neue Batterie genutzt © NewsMedia

An der Binghamton Universität wurde eine neue Batterie aus Papier erfunden, die durch Speichel Strom erzeugt. Die Wissenschaftler an der Uni kombinierten dafür mikrobielle Brennstoffzellen mit inaktiven, gefriergetrockneten Zellen und konnten so durch die Zugabe von nur einem Tropfen Speichel Strom erzeugen.

Diese Technologie habe klare Vorteile: Zum einen seien biologische Flüssigkeiten wie Speichel leicht verfügbar, erklärt Prof. Seokuhn Choi, Entwickler der neuen Batterie aus Papier. Zum anderen könnte die neue Batterie vor Verwendung für einen langen Zeitraum gelagert werden, beispielsweise in Krankenhäusern.

In Entwicklungsländern, wo konventionelle Energiequellen nicht ausreichend verfügbar sind, kann eine durch Speichel betriebene Batterie aus Papier wegen ihrer Haltbarkeit und der Verfügbarkeit von Körperflüssigkeit entscheidend sein. Prof. Choi hält die On-Demand-Mikroenergieerzeugung in Entwicklungsländer für erforderlich. Er erklärt: „Auf Abruf zur Verfügung stehende ‚Mikro-Power‘-Generatoren werden besonders für Vor-Ort-Diagnosen in Entwicklungsländer benötigt.“ Standardbatterien sind zudem für den Einsatz in Extremsituationen zumeist nicht brauchbar. Geläufige Batterien oder andere Energiegewinnungs-Technologien sind oft zu teuer und überdimensioniert für die in Notfällen verwendeten Geräte, die nur einige Zehntel der Energie benötigen. Sie stellen auch ein Problem hinsichtlich Umweltverschmutzung dar, betont Prof. Choi weiter. Bereits mit 16 mikrobiellen Brennstoffzellen könnten die gewünschten Werte von elektrischem Strom und Spannung erzeugt werden, um eine LED-Diode zu versorgen. Außerdem wäre eine Produktion in großem Ausmaß wegen der niedrigen Herstellungskosten möglich, was auch für Entwicklungsländer ein großer Vorteil wäre.

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Derzeit kann die Batterie allerdings nur einige Mikrowatt erzeugen. Wissenschaftler planen deshalb die Leistungsdichte und Robustheit zu verbessern, sodass die Batterie auch größere Geräte mit Strom versorgen kann. Sollte es gelingen, die über Körperflüssigkeit betriebene Batterie noch leistungsfähiger zu machen, dann stünde allen Entwicklungsländern und Menschen eine neue, hocheffiziente Energiequelle zur Verfügung.

Quellen:

  1. http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/forscher-entwickeln-eine-batterie-aus-papier-und-spucke-20170809384159
  2. http://www.computerwelt.at/news/wirtschaft-politik/forschung-wissenschaft/detail/artikel/121779-spucke-batterie-genuegt-ein-speicheltropfen/
  3. https://www.heise.de/tp/features/Tragbare-Fabriken-fuer-Medikamente-3465670.html