Spanien: Off-grid PV-Anlage mit Tracker rechnet sich

,


Energieautarke Schaffarm Qelle: Deger

Durch die Installation eines PV-Speichersystems mit einem einachsigen Tracker macht ein spanischer Schafbauer ein gutes Geschäft. Er spart teure Netzanschlussgebühren und hohe Strompreise und reduziert die Dieselgeneratorkosten.

In Spanien liegen Mikrogrid-Photovoltaikanlagen im Trend. In der Provinz Toledo machte sich eine Schaffarm mit einer Off-grid Solaranlage mit einem Nachführsystem unabhängig vom Stromnetz der Gemeinde. Die Familie Alcobendas in Madrilejos installierte einen einachsigen Deger Tracker S60H mit Betonfundament und einer Leistung von 6,5 Kilowatt (kW). Mit der Installation eines zusätzlichen Batteriemanagement-systems verfügt die Solarstromlage über eine tägliche Gesamtkapazität von 19,2 Kilowattstunden (kWh). Sie liefert Strom für Beleuchtung, Kühlung und Warmwasserversorgung sowie für den Betrieb der Melkmaschinen. Zusätzlich wird eine Tauchpumpe für die Bewässerung der Farm betrieben.

“Die Kosten für den Tracker betrugen 3.500 Euro plus 750 Euro Installation plus Mehrwertsteuer”, berichtet Xavier Tomas Espuny von Deger. Die Kosten der PV-Anlage plus dem Batteriespeichersystem betrugen 21.000 Euro netto. “Die Installationskosten waren ähnlich wie in anderen europäischen Ländern”, sagt er. Installiert sind 160 REC Twin Peak Solarmodule, drei Wechselrichterladegeräte Victron Multiplus mit je 5 kW, ein Fronius Simo Wechselrichter mit 7 kW und 48 Batterieelementen mit 2 Volt. Es wird damit gerechnet, dass sich die Investitionen innerhalb von vier bis fünf Jahren amortisieren. Die Strompreise in der Region betragen 14-15 kWh netto. Durch das Off-Grid-System konnten teure Netzanschlusskosten vermieden werden. Der Familienbetrieb Alcobendas liegt gut 1000 m vom Stromnetz entfernt.

“Der Tracker deckt die Verbrauchskurve des Betriebes optimal ab, denn die Nachfrage nach elektrischer Energie ist am höchsten in den Morgen- und Abendstunden, wenn die Tiere gefüttert werden”, sagt Espuny. Die intelligente MLD-Technologie (Maximum Light Detection) bewegt die Solarmodule in den frühen Morgenstunden an den hellsten Punkt des Himmels und erzeugt so auch bei Tagesanbruch genügend Energie für den Betrieb der Melkmaschinen. Alle Deger-Tracker werden mit dem patentierten MLD-Sensor zusammengebaut und erzeugen im Vergleich zu fest montierten Solarmodulen rund 30 Prozent mehr Leistung

Mittags, wenn die Sonneneinstrahlung am höchsten ist, sinkt der direkte Strombedarf der Farm und die ungenutzte Energie wird vorübergehend in einem Batteriesystem gespeichert. Besonders bei bewölktem Himmel liefert die Batterie zusätzlichen Strom, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und die Farm auch nach Sonnenuntergang mit Strom zu versorgen. Sollte der Batteriespeicher nicht genügend Energie liefern, springt ein Dieselmotor zur Notstromversorgung ein.

Es wird erwartet, dass der Dieselgenerator von März bis Oktober nicht laufen muss und von November bis Februar nur zwei Stunden täglich, berichtet Espuny. Auf diese Weise kann der Strombedarf des Agrarbetriebs von März bis Oktober voraussichtlich vollständig mit Solarstrom abgedeckt werden, über das ganze Jahr zu 80 Prozent. Die Anlage wurde im Juli 2016 in Betrieb genommen. “Dieses Projekt ist ein hervorragendes Beispiel für das hohe Potenzial und die Möglichkeiten der Solarenergie in der Landwirtschaft”, unterstreicht Espuny.

Insgesamt hat Deger bisher rund 17.000 Solartracker in Spanien verkauft. Trotz der derzeitigen administrativen Hindernisse für die Photovoltaik ist Espuny optimistisch, dass sich die Situation für die Solarenergie in Spanien unter der jetzigen Minderheitsregierung verbessert. 2005 eröffnete das schwäbische Unternehmen aus Horb seine Niederlassung Deger Iberica in Barcelona.

Bild: Deger

 

Leave a Reply