Solarstrom mit neuen Geschäftsmodellen voranbringen

,


© Energiegenossenschaft Heidelberg

Innovative Geschäftsmodelle rund um die Photovoltaik zeigt die europäische Branchenvereinigung Solarpower Europe in einem Leitfaden auf. Als wegweisend werden Eigenverbrauch, Stromabnahmeverträge, Genossenschaften und virtuelle Kraftwerke gesehen.

„Der weiteren Senkung der Investitionskosten der Photovoltaik kommt eine Schlüsselrolle zu“, betont Sonia Dunlop, Politikberaterin bei Solarpower Europe. Innovative Finanzierungsmechanismen und Geschäftsmodelle könnten helfen, sowohl die Risiken als auch die Anlaufkosten zu minimieren. In dem 96-seitigen Leitfaden „EU-wide Solar PV Business Models“ geht der Verband auf die ganze Bandbreite von Anwendungen ein: von privaten Dachanlagen auf Einfamilienhäusern, Mieterstrom in Mehrfamilienhäusern über Gewerbebauten bis hin zu Solarparks. Hierzu wurden jeweils Beispiele für vorbildliche Geschäftsmodelle und Finanzierungen zusammengetragen. „Uns geht es darum, diese bekannter zu machen, um den Ausbau der Photovoltaik weiter voranzutreiben“, so Dunlop.

Als gelungenes Beispiel für den Eigenverbrauch führt der Leitfaden ein Projekt in einem gemischten Wohn- und Geschäftshaus in Tradate in der Lombardei auf. Der Neubau hat eine 80 Kilowatt starke Photovoltaik-Dachanlage. Um den Eigenverbrauch zu maximieren wird der Solarstrom auch für die elektrische Raumheizung, die Kühlung und die Warmwasserbereitung verwendet. Hierdurch spart die Energieservice-Gesellschaft zwischen 16.000 und 20.000 Euro jährlich, was größtenteils an die Mieter weitergegeben wird.

Ein wegweisendes Projekt für einen direkten Stromabnahmevertrag wurde bei l`Oreal im Großraum Turin umgesetzt. Enersol baute und betreibt auf der Fabrik des Kosmetikherstellers in Settimo Torinese eine drei Megawatt starke Photovoltaikanlage. Das Unternehmen verkauft den Solarstrom direkt an L`Oreal zu acht bis 12 Prozent günstiger als Netzstrom. Das Projekt konnte ohne jegliche staatliche Förderung oder Steueranreiz realisiert werden.

Als ein gutes Beispiel für die gemeinschaftliche Photovoltaikfinanzierung nennt der Leitfaden das Oakapple Renewable Energy Project. Oakapple betreibt Solarstrom-Dachanlagen mit einer Gesamtleistung von 434 Kilowatt in neun Reihenhaussiedlungen in Großbritannien. Finanziert wurden sie per Schuldverschreibungen über die Crowdfunding Plattform Abundance Investment. Die Rückzahlungen erfolgen über eine Laufzeit von 20 Jahre halbjährlich mit einer Verzinsung zwischen 7,4 und 8,6 Prozent, gestützt auf früher gewährte Einspeisetarife.

Als beispielhaft führt Solarpower Europe auch das Mieterstrommodell der Heidelberger Energiegenossenschaft auf. 116 Mieter beziehen Solarstrom vom eigenen Dach. Er liegt mit 25,4 Cent plus einer monatlichen Gebühr von 6,95 Euro unter dem Preis des Grundversorgers. Den Mietern wurde auch die Möglichkeit geboten, sich über die Genossenschaft an den PV-Anlagen zu beteiligen. Angeboten wurde ein Paket in Höhe von 1.000 Euro. Die Verzinsung liegt über 20 Jahre bei drei Prozent, das heißt die Mieter bekommen bis dann 1.400 Euro zurück.

Den Leitfaden gibt es kostenfrei unter: www.solarpowereurope.org/index.php?id=662

Bild: Energiegenossenschaft Heidelberg

 

Leave a Reply