Solarkiosk gewinnt Zeit Wissen-Preis: Kategorie HANDELN

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„Wir fürchten uns vor dem Falschen. Vor Ebola, Erdbeben oder Elektrosmog. Wir fürchten Verluste, die Wirtschaftskrise, den Kurseinbruch, die Inflation. Unsere Risikowahrnehmung ist paradox. Die wahren Gefahren lauern anderswo. Um ihnen zu begegnen, müssen wir nicht schnell reagieren, sondern nachhaltig handeln. Wir müssen nicht unsere Börsenstrategie ändern, sondern unsere Haltung. Denn wichtiger als Lebensstandard ist Lebensqualität.“

Diese Worte standen der Preisverleihung des diesjährigen Zeit Wissen-Preises auf dem Nachhaltigkeitskongress in Hamburg voraus. Seit 2013 ehrt ZEIT WISSEN und die Bildungsinitiative »Mut zur Nachhaltigkeit« Menschen, die sich mit ihren Initiativen und Ideen für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. Es gab insgesamt zwei Rubriken, für die sich beworben werden konnte. In der ersten Kategorie WISSEN kamen der Kunst schafft Wissen e.V., Prof. Armin Reller und der Architekt Van Bo Le-Mentzel in die Endrunde, während für die zweite Kategorie HANDELN die manomama GmbH, das Repair Café und die Solarkiosk GmbH antraten.

So durften am 24. Februar der Architekt Van Bo Le-Mentzel und die Solarkiosk GmbH jeweils einen Check von 10.000€ entgegen nehmen. Während Le Mentzel es seinen Mitnominierten überließ über die Verwendung des Preisgeldes abzustimmen, kündigte Lars Krückeberg an, dass die Solarkiosk GmbH den Gewinn in die lokale Produktion in Afrika investieren wird. Krückeberg ist Mitbegründer des Architekturbüros GRAFT, welches zusammen mit dem Anwalt Andreas Spieß hinter dem 2009 in Deutschland gegründeten Unternehmen steht.

Laut Jury schafft die Solarkiosk GmbH eine: „spannende Verknüpfung von sozialem Engagement, Unternehmertum und Nachhaltigkeit mit einer starken entwicklungspolitischen Komponente. Es wurde ein technisch komplexes Produkt entwickelt, das sich im tatsächlichen Einsatz befindet und bewährt hat“.

Das CleanEnergy-Project berichtete bereits im 2012 von der Eröffnung des ersten Solarkiosk in Äthiopien.

… hinterm Horizont geht’s weiter

Mittlerweile gibt es gut 45 dieser Kioske, von denen der Großteil über ganz Afrika verteilt ist. Die Betreiber sind meist Frauen, die ein Grundgehalt erhalten und sich somit ihrem Lebensunterhalt sichern. Es wurden bereits 90 Frauen eingestellt und entsprechend in energietechnischen und wirtschaftlichen Fragen ausgebildet. Die Kioske selbst werden in einem Franchise-System betrieben und schaffen jeweils an die 5 Arbeitsplätze, die durch Gewinnteilung gesichert werden.

Nach eigener Aussage plant die Solarkiosk GmbH auch Länder zu erreichen, die bereits eine herkömmliche Netzinfrastruktur besitzen um die globale Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Im Januar diesen Jahres wurde das erste Ecocenter außerhalb von Afrika eröffnet, nämlich in Ho Chi Minh City (Vietnam) – in Zusammenarbeit mit Coca Cola, dem HCMC People’s Committee und der HCMC Federation of Women Association. Es sind weitere Projekte geplant, die in Asien und Amerika umgesetzt werden sollen um das Potential der E-Hubb-Technologie auch unter anderen Bedingungen weiter zu testen und voll auszubauen.

Das deutsche Unternehmen scheint auch andere inspiriert zu haben, denn mittlerweile gibt es eine kleine Firma in Rwanda, ARED (African Renewable Energy Distributor), die einen mobilen Solar Kiosk entwickelt hat. Dieser Kiosk auf Rädern bietet vor allem Handys, Handy-Ladestationen sowie Wifi-Dienstleistungen. So wird Solarenergie im privaten Gebrauch bei den Afrikanern immer beliebter.

Quellen: Mut zur Nachhaltigkeit | Solarkiosk | ARED

 

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