Solarhelm für Skifahrer

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Der Solarhelm-Prototyp mit integriertem Bluetooth-Headset

Das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) hat gemeinsam mit der TU Berlin und der Firma TEXSYS einen Skihelm mit auf der Oberseite integrierten Solarmodulen entwickelt. Damit kann der vollständige Energiebedarf von in den Helm integrierten Headsets oder Stereo-Kopfhörern allein durch Sonnenenergie gedeckt werden. Mobile Elektrogeräte wie Smartphones oder MP3-Player können dann über Bluetooth kabellos mit dem Helm synchronisiert werden und ein spezieller Bluetooth-Handschuh ermöglicht die bequeme Steuerung ohne Frieren.

In Zukunft könnte also Hightech auf den Skipisten unterwegs sein, wobei die Anwendung der Technologie natürlich auch in anderen Bereichen denkbar ist. Theoretisch kann die kompakte Stromversorgung an gekrümmte Oberflächen jeglicher Art angepasst werden und könnte somit beispielsweise schon bald auch in Reit-, Motorrad- und Fahrradhelme, Rucksäcken, Autoteilen oder Kleidung integriert werden. Auch das nachträgliche Aufrüsten von handelsüblichen Helmen soll problemlos möglich sein.

Laut dem Fraunhofer IZM war die Anpassung eines ausreichend starken Solarmoduls an die gekrümmte Helmoberfläche die größte Herausforderung. Zusätzlich mussten natürlich noch die niedrigen beziehungsweise stark wechselnden Temperaturverhältnisse, denen Skibekleidung ausgesetzt ist, bedacht werden. Bei tiefen Temperaturen verbessert sich nämlich zwar die Leistungsfähigkeit der Solarzellen, aber die der Akkus nimmt rapide ab. Eine eigens dafür entwickelte Mikrokontrollersteuerung gewährleistet nun die Funktionalität der Ladeelektronik von minus 30Grad Celsius bis plus 60Grad Celsius.

Also sollten Solarhelmbenutzer kaum mehr auf externe Stromversorgung angewiesen sein. Und wird der Helm gerade nicht benutzt, können damit sogar Endgeräte wie Mobil- oder Smarttelefone mit Sonnenenergie aufgeladen werden. Es scheint sich also um ein ziemlich durchdachtes und spannendes Produkt zu handeln.

Obwohl der Solarhelm bisher nur als Prototpy vorliegt, soll das mobile Kraftwerk bereits Ende 2012 reif für die Markteinführung sein und in Kleinserie angeboten werden. Der Preis wird etwa 300 Euro betragen, einzelne Module kosten unter 100 Euro. Wer den Solar-Skihelm schon früher in Natura sehen möchte, hat dazu am Messestand des Fraunhofer IZM auf der IDTechEx Energy Harvesting & Storage Europe 2012, die am 15. und 16. Mai in Berlin statt findet, die Gelegenheit.

Matthias Schaffer

 

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