Solarenergie – lohnt sich das noch?

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Stromzähler

Da waren sie aber lang, die Gesichter, als die Bundesregierung die Kappung der Solarförderung bekannt gab. Zunächst die einmalige Kürzung des Förderungssatzes und dann auch noch eine monatliche Absenkung der Förderung – keine besonders rosigen Aussichten für diejenigen, die mit einer Solaranlage auf dem Dach geliebäugelt haben. Die Verunsicherung der Verbraucher ist groß, die Frage, ob sich die Investition in eine Solaranlage auch künftig noch rechnet verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Ist der Boom tatsächlich vorbei?

Nein, ist er nicht, und auch die Anschaffung einer Solaranlage lohnt sich noch immer. Das, was die Regierung mit ihrer sofortigen Kürzung des Förderungssatzes um 20 Prozent bewirkt hat, liegt auf den ersten Blick recht schwer im Magen. Eigentlich ist diese Absenkung aber nur ein wenig stärker, als die ursprünglich für den 1. Juli geplante 15-Prozent-Absenkung, sie kommt also nur ein bisschen früher. Für private Haushalte lohnt sich die eigene Solaranlage aber trotzdem noch. Nach der Kürzung gibt es für die Kilowattstunde selbst produzierten Stroms immerhin noch 19,5 Cent. Selbst, wenn die Vergütung auf 15 Cent je Kilowattstunde sinkt, ein Satz, der nach neuen Regierungsplänen bis 1. Oktober 2014 erreicht sein soll, lohnt sich die Solaranlage bei entsprechendem Eigenverbrauch noch immer.

Grund dafür ist der teure Strom aus der Steckdose, der derzeit bei rund 24 Cent je Kilowattstunde liegt. Je mehr Strom also selber verbraucht wird, desto mehr kann der Solaranlagenbetreiber sparen und je höher ist die Rendite seiner Anlage. Rein theoretisch ist eine Eigenverbrauchsrate der kleinen hauseigenen Solaranlagen von 50 Prozent möglich. Hinzu kommt, dass die Modulpreise immer weiter in den Keller rutschen. Für kleine Dachanlagen liegt der Kilowattpeak-Preis derzeit bei rund 1.800 Euro. Technische Fortschritte und Massenproduktionen lassen die Preise nach Expertenmeinung schon in der zweiten Jahreshälfte auf 1.400 bis 1.500 Euro je Kilowattpeak sinken. Die sinkenden Modulpreise würden somit die Kürzung der Förderung und den damit verbundenen Renditeverlust wieder aufgefangen.

Für Module „Made in Germany“ läge die Rendite dann immer noch bei gut fünf Prozent, bei Chinamodulen sogar bei sieben bis acht Prozent. Ein wenig schlechter sieht es bei den großen Solarkraftwerken aus. Waren die Anleger hier lange Zeit mit Renditen von bis zu 15 Prozent verwöhnt worden, so rechnen Branchenexperten nach der Absenkung der Förderung mit Renditen um die sechs Prozent. Für Privatanleger immer noch ein durchaus akzeptabler Wert, der sich durch sinkende Modulpreise noch weiter erhöhen kann.

Judith Schomaker

 

One Response

  1. Ihre Solarberater

    8. März 2012 20:11

    In Zukunft wird Strom immer teurer werden, deshalb wird sich eine eigene Solaranlage immer lohnen. Nicht zu vergessen sind auch die anderen Vorteile, die die eigene Stromproduktion bieten: man muss sich nicht mehr von den großen Stromkonzernen gängeln lassen und trägt einen guten Teil zum Umwelt-und Klimaschutz bei! Man sollte das idealistische Potenzial von Solaranlagenbesitzern nicht unterschätzen.

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