Solarenergie: Energie-positives Solarauto entwickelt

,

Niederländische Studenten haben ein Energie-positives Solarauto mit einer Reichweite von 1000 Kilometern entwickelt.
Niederländische Studenten haben ein Energie-positives Solarauto mit einer Reichweite von 1000 Kilometern entwickelt.

Niederländische Studenten haben ein Fahrzeug entwickelt, das mit Solarenergie betrieben wird und dabei mehr Energie erzeugt, als es zur Fortbewegung benötigt. Ihr Stella Lux getauftes Auto erzielt eine Reichweite von rund 1000 Kilometern – mehr als jedes andere Solarauto – und speist überschüssigen Strom automatisch wieder ins Netz. Nun suchen die Erfinder über eine Crowdfunding-Kampagne nach Investoren für ihr Solarauto.

Stella Lux ist ein sogenanntes Energie-positives Fahrzeug. Das heißt, es ist so effizient, dass es mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. Das soll selbst bei holländischen Wetterbedingungen funktionieren, sagen zumindest die Erfinder des Solarenergie-Autos, eine Studentengruppe von der Eindhoven University of Technology. Möglich machen soll dieses Kunststück vor allem das aerodynamische Design von Stella Lux und das große Dach, auf denen die Studenten des Solar Team Eindhoven zusätzliche Solarmodule installiert haben. Die übrigen Solarzellen befinden sich recht und links auf den Seiten des Solarautos. Durch die Verwendung von Aluminium und Karbonfasern ist es außerdem sehr leicht. Das erhöhe die Effizienz zusätzlich, erklären die Studenten. Die überschüssige Energie, die Stella Lux erzeugt, speist das Fahrzeug automatisiert ins heimische Stromnetz ein.

Mit ihrer Erfindung haben die Studenten bereits einen Preis abgeräumt. Im Juni gewannen sie einen Preis bei den Crunchies, auch genannt Oscar für Technologie, in der Kategorie „Best Technology Achievement“ vor großen Firmen wie Apple Pay und Bitcoin. Die Studenten sind erfahren, was den Bau von Solarautos angeht. Bereits 2013 ergatterten sie den ersten Platz bei der Solar Challenge in Australien, damals mit dem Vorgängermodell Stella. Nun haben sie das Konzept weiterentwickelt. Während der Sieger 2013 als Rennauto konzipiert war, soll der Nachfolger jetzt vor allem massentauglich werden. Stella Lux sei in erster Linie ein Familienfahrzeug für bis zu vier Personen, erklären die Studenten ihre Idee. Auch optisch haben sie versucht, diese Idee umzusetzen. Stella Lux sieht zwar noch immer aus wie aus einem Science-Fiction Film entsprungen, erinnert aber eher an einen normalen PKW als die meisten anderen Solarautos.

Auch in Puncto Reichweite kann es locker mit konventionellen PKW mithalten. Den Erfindern zufolge schafft es ganze 1000 Kilometer – und damit mehr als viele Benziner. Damit hätten die Studenten sogar den bisherigen Reichweitenrekord des australischen Solarautos Sunswift übertroffen. Lediglich die Geschwindigkeit dürfte für viele etwas mager ausfallen. Nur maximal 125 Kilometer pro Stunde erreicht Stella Lux. Für den Stadtverkehr oder den Familienausflug ausreichend, eher ungeeignet jedoch für lange Strecken auf der deutschen Autobahn.

Technologisch ist Stella Lux allerdings bestens gerüstet. Im futuristischen Innenraum berechnet ein integriertes Energie-Management-System namens Solar Navigator unter Berücksichtigung aktueller Wetterdaten die bestmögliche Route. Außerdem lässt es sich mit dem eigenen Smartphone verbinden. Ist man in der Nähe, erkennt Stella Lux das Telefon und die Türen öffnen sich automatisch. Bei einem Anschluss an eine Haushaltsbatterie berechnet es zudem, wie viel überschüssige Energie zurück ins Netz gespeist werden kann. Auf diese Weise muss sich der Fahrzeughalter nicht mehr um die Energieversorgung kümmern, so die Idee.

Das nächste Ziel der Studenten ist es, mit Stella Lux bei der Solar Challenge 2015 zu starten und erneut zu siegen. Ob das Fahrzeug in den nächsten Jahren kommerziell vertrieben werden soll, ist allerdings noch nicht bekannt. Für die Realisation ihres Projekts läuft derzeit eine Crowdfunding-Kampagne mit dem Ziel 180,000 Euro zu sammeln. Bisher haben die 22 Studenten knapp 33.000 Euro zusammen. Neugierige und mögliche Investoren können sich hier informieren und spenden.

 

Leave a Reply