Solar Impulse 2 endlich wieder in der Luft

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Solar Impulse 2
Solar Impulse 2

Das Solarflugzeug Solar Impulse 2 ist nach fast zehnmonatiger Zwangspause auf Hawaii endlich wieder in der Luft. Das Team um die beiden Piloten André Borschberg und Bertrand Piccard will etwas bisher noch nie dagewesenes Wirklichkeit werden lassen: Ohne einen einzigen Tropfen Kerosin, nur mit der Kraft der Sonne, einmal um die Welt fliegen. Im Moment ist das Flugzeug unterwegs nach San Francisco.

Gestern morgen um 6.15 Uhr (UTC-10) startete die Solar Impulse 2 zu ihrer nächsten Etappe: 4000 Kilometer wollen die beiden Abenteurer nun zurücklegen. Bei einer Reise-geschwindigkeit von maximal 80 Km/h wird das etwa 62 Stunden dauern. Am Steuer sitzt diesmal der Schweizer Bertrand Piccard.

Das Solarflugzeug hat keinen konventionellen Treibstoff für Notfälle. Das Team muss sich nur auf die Sonne verlassen. Dazu besitzt die Solar Impulse 7.248 Solarzellen, die vier Lithium-Batterien mit Strom versorgen. Diese wiederum treiben vier große Propeller an. Damit kann das Experimentalflugzeug sogar Nachts weiter fliegen.

Für die Reise müssen allerdings perfekte Wetterbedingungen herrschen. Die Batterien müssen sich tagsüber aufladen können. Sonnenschein ist also eine Grundvoraussetzung für die Weltumrundung. Zudem wiegt das Flugzeug, das eine Flügelspannweite so groß wie die einer Boing 747 hat, nur etwa soviel wie ein Geländewagen. Gewitter oder stärkere Turbulenzen könnten der Reise demnach schnell ein Ende setzen.

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Für den anstehenden Flug nach Kalifornien sei das Wetterfenster allerdings sehr stabil, sagte die Sprecherin des Projekts Alexandra Gindroz. Bereits letztes Jahr hatte das Team lernen müssen, wie gefährlich und unberechenbar der Flug mit einem Solarflugzeug dieser Größe sein kann. Nachdem es aufgrund schlechter Wetterverhältnisse immer wieder zu Verzögerungen gekommen war, wurde das Flugzeug in Japan bei einem Sturm beschädigt.

Nach der Reparatur brachen die beiden Piloten zur bislang schwierigsten Etappe auf: Einem fast fünftägigen Non-Stop Flug von Japan nach Hawaii. André Borschberg saß die gesamte Strecke allein im Cockpit saß. Bei dem insgesamt 8300 Kilometer langen Non-Stop-Flug musste der Pilot mit wenig Erholung und auf engstem Raum den Pazifik überfliegen (CEP berichtete). Am Ende brach Borschberg nach 118 Stunden den Weltrekord für den längsten Soloflug.

Auf Hawaii allerdings dann die Hiobsbotschaft: Die Batterien des Solarfliegers waren durch den langen Flug schwer beschädigt worden. Das Team teilte damals mit, die Temperatur der Batterien beim raschen Auf- und Absteigen des Flugzeugs seien falsch prognostiziert worden. Das hatte zur Überhitzung geführt. Es folgte eine insgesamt zehnmonatige Zwangspause auf Hawaii.

Nun hat die Solar Impulse 2 ein neues Kühlsystem und neue Batterien. Zudem konnte das Team 20 Millionen US-Dollar Fördergelder aufbringen, um die Mission erfolgreich abzuschließen. Seit gestern ist der Solarflieger endlich wieder in der Luft. Wenn alles glatt läuft, wollen die Piloten morgen in Mountain View, Kalifornien landen. Von dort geht es nach mehreren Stopps in den USA über den Atlantik nach Europa oder Nordafrika. Im Spätsommer wollen die Piloten wieder im Mittleren Osten sein – nach einer Reise von 35.000 Kilometern. Einmal um die Welt, nur mit der Kraft der Sonne.

„Letztes Jahr haben wir bewiesen, dass die Solar Impulse in der Lage ist, fünf Tage und Nächte Non-Stop zu fliegen – das Flugzeug, die Technologie und der Mensch“, so André Borschberg. „Jetzt wollen wir unseren Flug um die Welt fortsetzen und zeigen, dass diese Technologien genutzt werden können, und zwar nicht nur in einem Flugzeug, sondern auch auf der Erde. Das ist der Grund, warum wir dieses Projekt initiiert haben.“

Quelle: CNN / Solar Impulse 2

 

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