Smart Meter: Die intelligenten Stromzähler kommen

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Smartmeter
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Um die Energiewende weiter voranzutreiben soll nun auch bei den Endverbrauchern nachgerüstet werden – mit sogenannten Smart Metern. Diese intelligenten Stromzähler sollen nun nach und nach in den deutschen Haushalten Einzug halten – so will es das EU-Parlament. Jedoch wird die Umrüstung für uns nicht ganz billig: Privathaushalte müssen voraussichtlich bis zu 100 Euro bezahlen, Firmen sogar deutlich mehr. Gabriel versicherte jedoch, er wolle dafür sorgen, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Experten und Politiker sehen die wirklichen Probleme der Smart Meter allerdings in ganz anderen Bereichen. Sie warnen vor Verletzungen des Datenschutzes, vor Gesundheitsrisiken und der Gefahr von Hackerangriffen.

Die Bundesregierung muss den Einbau der Smart Meter in Deutschland vorantreiben – so sieht es das EU-Parlament vor. Bis 2022 sollen 80 Prozent aller europäischen Verbraucher mit den digitalen Messgeräten ausgestattet sein. Durch die Umrüstung soll der Energieverbrauch deutlich reduziert und Strom günstiger gekauft werden – beispielsweise Nachts, wenn Energie gerade billig angeboten wird. So sollen sich die anfänglichen Ausgaben für die Smart Meter nach und nach wieder ausgleichen und letztendlich sogar Geld gespart werden. Durch diese Energie- und Kostenersparnis sind die intelligenten Stromzähler ein wichtiges Instrument der Energiewende.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will nun mit einiger Verspätung den Weg für die Umrüstung ebnen. Doch ganz ohne Kosten für die Verbraucher wird der nicht vonstatten gehen. Das geht aus dem Arbeitsentwurfs des Bundeswirtschaftsministeriums für ein „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ hervor, der der Deutschen Presse Agentur (dpa) vorliegt.

Gabriel selbst versichert jedoch, dafür sorgen zu wollen, dass die Kosten für die Einführung der neuen Technologie nicht zu hoch ausfallen werden. Es dürfe „keinen Rollout um jeden Preis geben“. Haushalte und Verbraucher, deren Stromverbrauch 6000 Kilowattstunden nicht überschreitet, bekommen für die Umrüstung demnach Kosten zwischen 23 und 60 Euro in Rechnung gestellt. Bei diesen Kunden können die Netzbetreiber und Stadtwerke selbst entscheiden, ob sie die neue Technologie verwenden wollen oder nicht. Unklar ist, ob die Verbraucher selbst dabei ein Mitspracherecht haben werden.

Bei größeren Haushalten und Unternehmen, deren Stromverbrauch über 6000 Kwh liegt, ist der Einbau der Smart Meter Pflicht. Dabei sollen die Kosten für den Einbau zwischen 100 Euro und 200 Euro liegen, heißt es in dem Entwurf. Außerdem sollen auch Ökostromanlagen mit einer Leistung von mehr als sieben Kilowatt mit den Smart Metern ausgestattet werden.

Risiken der Smart Meter

Eine mögliche Gefahr bei den digitalen Stromzählern liegt unter anderem im Datenschutz. Durch die Anbindung der Messgeräte ans drahtlose Internet könnten theoretisch Daten der einzelnen Verbraucher und Unternehmen von Dritten ausgelesen und verwendet werden. Auch die Grünen kritisieren dies: Zwar sei die Einführung der Smart Meter zur besseren Steuerung der Energiewende grundsätzlich gut, „der Gesetzesvorschlag der Bundesregierung ist jedoch vor allem beim Thema Datenschutz nicht ausreichend“, findet Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer.

In Zeiten der Abhörskandale um den US-Geheimdienst NSA seien hohe Standards nötig, damit Daten zum Stromverbrauch nicht einfach ausgelesen werden könnten. Die Regierung selbst will darauf achten, dass sensible Daten über die Stromnutzung nicht in falsche Hände geraten. Bei dem für das Projekt zuständigen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sollen 30 zusätzliche Stellen geschaffen werden.

Immer wieder wird in den Medien zudem die Gefahr von Hackerangriffen auf die digitalen Stromzähler, die eigentlich nichts anderes sind als kleine Computer, thematisiert. Die Smart Meter könnten leicht überlistet werden und so großen Schaden anrichten. Der aufgezeichnete Stromverbrauch könne zum Beispiel von Verbrauchern zu deren Vorteil manipuliert werden oder schlimmstenfalls sogar ein großflächiger Blackout gezielt herbeigeführt werden.

Auch vor den gesundheitlichen Folgen durch die elektromagnetischen Felder, die die Smart Meter umgeben, wird immer wieder gewarnt. Möglicherweise könne die Hochfrequenzstrahlung sogar krebserregend sein, glaubt das internationale Krebsforschungszentrum (IARC). Viele Wissenschaftler und medizinische Experten empfehlen daher dringend, dass Schutzmaßnahmen ergriffen werden – wie die Verwendung von kabelgebundenen Smart Metern.

Doch bislang sieht es so aus, als würden die Smart Meter wie vorgesehen als drahtlose Computer kommen. Für den weiteren Erfolg der Energiewende und damit den Klimaschutz sind die „klugen“ Stromzähler auch mit Sicherheit sinnvoll. Wie es mit den prognostizierten Gefahren aussieht, wird sich – sollte es keine umfassenden Untersuchungen vor der Einführung im großen Stil geben -, wohl erst in den nächsten Jahrzehnten herausstellen.

Quelle: dpa / Power Blackout

 

2 Responses

  1. Kai Hofmann

    13. August 2015 5:32

    Da ich bereits seit 2012 so einen Stromzähler vom Typ Easymeter habe kann ich sagen, daß man durch diese Geräte rein gar nichts spart – vielmehr kosten sie nur mehr, müssen nach kürzerer Zeit getauscht werden als die alten Zähler und Schnittstellen die man nur mit Zusatzhardware ins hauseigene Netz einbinden kann. Den einzigen Vorteil sehe ich da für Betreiber von Solarstromanalgen mit Eigenverbrauch darin, daß man sieht ob man gerade Stromüberschuss hat. Wenn man diesen nun automatisch auswertet ist die einzige sinnvolle Anwendung die ich bisher gefunden habe die, bei Überschuss die Poolpumpe automatisch ein/aus zu schalten. Ansonsten ist das ganze nur Geldverschwendung!

  2. Tobi

    13. August 2015 18:48

    Sehr Schade das man in einem freien Land immer mehr aufgezwungen und aufgebürdet bekommt ob Zwangsabgaben aller couleur oder zweifelhafte Verbesserungen unter dem Deckmantel des Umweltschutzes Hausdämmung, Heizung mit Anteil Erneuerbarer die erhebliche Mehrkosten verursachen und sich wenn überhaupt nach Jahrzenten amortisieren. Traurig

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