Smart Grids: Stromnetz schlau machen

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Smart Grids - regelbarer Trafo
Smart Grids - regelbarer Trafo

Stromnetz schlau machen: Ein Pilotprojekt für ein intelligentes Verteilnetz startete in Sonderbuch. Das Dorf wurde aufgrund seiner vielen Photovoltaikanlagen als Standort ausgewählt.

Denn praktisch alle 70 Dächer in der kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg sind mit Solarstromanlagen bestückt, die rein rechnerisch jährlich doppelt so viel Strom erzeugen, wie seine 190 Einwohner verbrauchen. Herausforderungen sind unter anderem die Spannungshaltung sowie eine sinnvolle Nutzung überschüssigen Stroms.

Bereits seit einiger Zeit wurden von der EnBW-Tochter Netze BW deshalb ein regelbarer Ortsnetztrafo, Batteriespeicher sowie intelligente Zähler installiert.Smart Grid und Solarenergie Dorf Sonderbuch

Dem wurde nun mit einem System zur intelligenten Netzsteuerung iNES der SAG-Gruppe „das Sahnehäubchen aufgesetzt“, wie der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller bei der symbolischen Inbetriebnahme betonte. „Wir können alle wichtigen Betriebsparameter weitgehend automatisiert in sicheren Grenzen halten, so dass nur noch in Notfällen ein Eingriff seitens der Steuerwarte erforderlich sein wird“, unterstrich EnBW Technik-Vorstand Hans-Josef Zimmer die Vorteile.

Maximal 10 bis 15% der Netzknoten müssten mit den Komponenten ausgerüstet werden, die den aktuellen Zustand und anstehende starke Schwankungen im Ortsnetz automatisch registrieren könnten, ergänzte Sven Behrendt, Technik-Vorstand der SAG-Gruppe. Zimmer betonte, dass „Sonderbuch das zentrale Netzlabor der EnBW für die Niederspannung“ sei. Hier könnten „im realen Netz, mit echten Kunden und laufendem Netzbetrieb Technologien und Prozesse in verschiedensten Bereichen erprobt werden“. Die Daten würden innerhalb der kommenden 6 bis 12 Monate von einem Projektmitarbeiter ausgewertet.

Ziel sei es, Innovationen im Bereich der Verteilnetze auf die Fläche zu übertragen und damit einen Beitrag zu einer verbesserten Integration erneuerbarer Energien zu leisten.

Finanziert wird das Projekt, zu dessen Kosten sich Netze BW Sprecher Ulrich Stark nicht äußern wollte, als Forschungs- und Entwicklungsvorhaben aus eigenen Mitteln. Investitionen in Smart-Grids wie in Sonderbuch würden im Rahmen der jetzigen Anreizregulierung bisher nicht von der Bundesnetzagentur anerkannt, so Stark. Man baue jedoch auf einen „Lerneffekt der Politik“ und auf die künftige Refinanzierbarkeit durch Netzentgelte und eine entsprechende Änderung der Anreizregulierungs-Verordnung.

 

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