Slow Food – Messe, Markt, Magazin

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Slow Food ist eine internationale Bewegung, die sich dafür einsetzt, dass jeder Mensch Zugang zu Nahrung hat, die sein Wohlergehen sowie das der Produzenten und der Umwelt erhält. Die Slow Food Bewegung zählt in Deutschland laut slowfood.de derzeit über 12 000 Mitglieder in rund 80 lokalen Gruppen.

In Deutschland ist gutes Essen fast zu einer Art Nationalsport geworden: biologisch, nachhaltig, regional sind hier die Schlagworte, die den Konsumenten von Welt bewegen. Bereits 1986 fasste Carlo Petrini diese Ansprüche unter dem Begriff Slow Food zusammen. Es sollte eine Bewegung sein, eine Gegenbewegung zum sogenannten Fastfood. Doch wie sieht es heute aus?

Seit 1989 wird die Slow Food Bewegung durch einen eigenen internationalen Verein vertreten, dem Petrini vorsteht. Es gibt ein eigenes Magazin, eine eigene Radiosendung, Messen und Märkte – alle dem Trend des Slow Food gewidmet. Unterstützt, aufgebaut und Betrieben werden diese von den Mitgliedern und Unterstützern der örtlichen Convivien. Diese Bezeichnung dieser lokalen, meist städtischen Slow Food-Gruppen stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Tafelrunde oder Tischgesellschaft. Aus dieser Bezeichnung gehen deutlich 2 Kernpunkte der Bewegung hervor: zum einen geht es um den Genuss von Nahrungsmitteln, zum anderen um das gemeinsame Genießen.

Bei Bio-Wein und Heumilchkäse

Die erste und gleichzeitig die aktuelle größte dieser deutsche „Tafelrunden“ ist das Münchener Convinium. Bereits 1992 gegründet, zählt es mittlerweile 950 Mitglieder. Erst letzte Woche veranstaltete es seinen ersten Frühlingsmarkt im Maienzeit Carrée im Herzen der Stadt. Gestartet war die Aktion im September letzten Jahres mit einem Herbstmarkt, der auch in diesem Jahr wieder, vom 10. Bis zum 11. Oktober, stattfinden wird. Vom Samen bis zum Endprodukt hin wird hier alles präsentiert, was die Slow Food Bewegung der Region zu bieten hatte. Und während man an einem Glas Bio-Wein nippt, einem kleinen Stück Heumilchkäse knabbert, einem veganen Eis schleckt oder sich durch die verschiedenen Saucen, Chutneys, Dips und Konfitüren von Tomate 7 hindurch probiert, erfährt man teilweise direkt von den Herstellern, wie genau diese Produkte angebaut und verarbeitet werden.

Auch über Urban Gardening ist ein wird hier informiert. Infoplakate stellen verschiedene Projekte aus München und Berlin vor, wobei deutlich wird, dass nicht nur Studenten oder Hausfrauen sich mit dem Thema auseinander setzten. Schnell mal wird die Teilnahme an der Gemeinschaftsgarten Initiative zum Familienprojekt erklärt. In einigen Grünlauben werden nicht nur Pflanzen sondern auch kulturübergreifende Bekanntschaften gepflegt. Auch für Kinder und Jugendliche gibt es verschiedene Angebote, die die Begeisterung für den Eigenanbau wecken sollen.

Nach dem Markt ist vor dem Markt

Fragt man herum, wie die Besucher von dem Markt erfahren haben, bekommt man ganz verschiedene Antworten. Einige gehören einem anderen der 80 Convivien an und haben über das Slow Food-eigene Netzwerk davon erfahren. Anwohner aus der direkten Umgebung sind neugierig geworden und wollten „nur einmal schauen, was es so gibt“. Wieder andere haben von Freunden oder Bekannten davon erfahren und sind vorbei gekommen. Nicht wenige gehen mit einer Tüte in der Hand. Im Herbst werden sie vielleicht wieder kommen.

Quellen:
http://slowfood-muenchen.de/
http://www.slowfood.de/
http://urbane-gaerten-muenchen.de/
http://www.opengreenmap.org/de/greenmap/urban-gardens

 

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