Siemens „Megadeal“: Windparks für Ägypten

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Siemens will Windparks in Ägypten bauen. Insgesamt geht es um einen 10 Milliarden Euro Deal.

Die Firma Siemens hat vergangenen Samstag einen Vertrag über den Ausbau von Kraftwerkskapazitäten in Ägypten unterzeichnet. Bei dem „Megadeal“ mit einem Gesamtvolumen von zehn Milliarden Euro geht es neben dem Bau von Gaskraftwerken auch um neue Windparks mit einer Leistung von insgesamt zwei Gigawatt. Die geplanten Kraftwerke sollen die Stromerzeugung Ägyptens um ein Drittel vergrößern und die Versorgungssicherheit des Landes künftig verstärkt durch saubere Energiequellen gewährleisten.

Neben Siemens-Chef Joe Kaeser war auch Vizekanzler Sigmar Gabriel nach Ägypten gereist, um bei der Egypt Development Conference (EEDC) in Sharm-el-Sheikh mit zahlreichen Chefs der großen Energiekonzene und anderen Führungskräften über zukünftige Investitionen in Ägypten zu sprechen.

Dabei ging es vor allem um die Frage, wie die momentan knappen Stromkapazitäten Ägyptens erweitert werden können, auch im Hinblick auf die rasant wachsende Bevölkerungszahl Ägyptens und die hochfliegenden Pläne der Regierung, eine völlig neue Hauptstadt in der Nähe von Kairo zu bauen.

Während Wladimir Putin vor etwa einen Monat zugesichert hatte, Ägypten mit Hilfe der russischen Atomenergiebehörde beim Bau eines neuen hochmodernen Atomkraftwerks zu unterstützen, will Siemens das Stromproblem des nordafrikanischen Landes durch den Bau neuer Gas-und Windkraftwerke sicherstellen.

Dafür unterschrieb Siemens im Beisein des ägyptischen Energieministers Shaker al Markabi einen Deal über den Bau eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) in Beni Suef  mit einer Leistung von 4,4 Gigawatt. Außerdem sollen Windparks mit einer Gesamtleistung von 2 Gigawatt entstehen. Dafür plant Siemens eine Fabrik in Ägypten, wo die Rotorblätter der Windanlagen gefertigt werden sollen. Joe Kaeser sagte, neben den bereits feststehenden Plänen seien exklusive Rahmenvereinbarung zur Planung des Aufbaus von weiteren 6,6 Megawatt Kapazität unterschrieben worden.

Insgesamt soll durch die geplanten Kraftwerke die Leistungskapazität Ägyptens bis 2020 um ein Drittel erhöht werden. Siemens verkündete außerdem, durch den Auftrag würden etwa 1000 neue Arbeitsplätze in Ägypten geschaffen.

Markus Tacke, Chef der Siemens „Wind Power and Renewables Division“, sagte dazu: „Die Windenergie ist sauber und erneuerbar. Sie wird Ägyptens Versorgungssicherheit an diesem wichtigen Punkt seiner Geschichte stärken. Diese zwei Gigawatt Windleistung werden ein bedeutender Schritt in Richtung einer Diversifizierung des Energiemixes des Landes sein. Ägypten hat großes Potenzial für die Stromerzeugung aus Windkraft, vor allem im Golf von Suez und im Niltal. Wir sind stolz darauf, dieses Potenzial zusammen mit der ägyptischen Regierung und der Bevölkerung zu heben“.

Konzernchef Joe Kaeser sagte in einem Interview mit dem „Handelsblatt“, insgesamt gehe es um ein Auftragsvolumen von etwa 10 Milliarden Euro. Er sei beeindruckt vom Einsatz Angela Merkels und Sigmar Gabriels für das Projekt. Ohne die beiden wäre der „Megadeal“ nicht zustande gekommen, so sagte er abschließend.

 

One Response

  1. biersauer

    24. März 2015 3:43

    Aegypten verbrennt sein kostbares Erdgas, anstatt daraus Nützliches zu machen. Das fossile Erbe wurde der Menschheit nicht zur Verbrennung hinterlassen!

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