Shanghai bis Miami: Erderwärmung um 3 Grad führt zu Überflutungen

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Erderwärmung um 3 Grad; Küstenstädte durch Überflutungen in Gefahr
South Beach Miami © Nickolay Lamm / Courtesy Climate Central

Machen wir so weiter wie bisher, steuern wir auf eine Erderwärmung um 3 Grad Celsius zu. Darüber sind sich die meisten Wissenschaftler einig. Damit könnte der Meeresspiegel um über zwei Meter steigen. Wird dies passieren, sind viele Küstenstädte durch Überflutungen in Gefahr. Am schlimmsten betroffen wären Metropolen wie Shanghai, Miami, Alexandria, Rio und Osaka.

Die UN warnt daher weiterhin vor einem „inakzeptablen Treibhausgasemissionen Gap“. Also der Lücke zwischen dem, was die Staaten versprechen, nicht zu emittieren und dem, was tatsächlich in die Atmosphäre gelangt. Der UN Environment Emissions Gap Report 2017 zeichnet diese Lücke auf. Erik Solheim, UNs Environment Chief, erklärt auf Basis des Reports: „Wir tun immer noch nicht genug dafür, Hunderte Millionen Menschen vor einer ärmlichen und elendigen Zukunft zu bewahren. Wir müssen in die richtigen Technologien investieren und die Privatwirtschaft involvieren, um die Versprechen zu halten, die wir für die Zukunft unserer Kinder gemacht haben.“ Die UN kommt dabei zu dem Urteil: Die Verpflichtungen der Regierungen erfüllen nur ein Drittel von dem, was eigentlich für den Klimaschutz getan werden müsste.

Anpassung an mögliche Überflutungen weltweit lückenhaft

Die internationalen Vorbereitungen und Anpassungen an den unausweichlichen Klimawandel sind noch genauso lückenhaft wie vor Jahren. Allein in den USA leben ca. 5 Millionen Menschen in 2,6 Millionen Häusern, die sich weniger als  1,2 Meter über der Hochwassergrenze befinden. Damit sind die Häuser und die darin lebenden Menschen in großer Gefahr vor zukünftigen Überflutungen. Inzwischen gibt es auch eine umfassende Meeresspiegel Analyse von Climate Central, die anzeigt, welche Effekte der Merresspiegelanstieg 2100 in verschiedenen Städten der Welt haben könnte.

Viele Küstenstädte durch Überflutungen in Gefahr

Mindestens 275 Millionen Stadtbewohner leben in sogenannten gefährdeten Gegenden. Davon befindet sich der Großteil in asiatischen Metropolen, wie Shanghai, Shenzhen, Bangkok oder Tokyo. Japans zweitgrößte Stadt Osaka könnte in Zukunft seine Business und Entertainment Districts „Umeda“ und „Namba“ verlieren, wenn die weltweiten Emissionen nicht gesenkt oder Schutzdämme gegen Überflutungen gebaut werden. Die Funktionäre von Osaka sehen nur widerstrebend ein, dass sie sich wohl für die Schutzdämme entscheiden müssen. Denn dies bedeutet immense Adaptation-Kosten hervorgerufen durch den Klimawandel.

In Miami sieht die Situation noch bedenklicher aus. Die Metropole läge bereits bei einer Erderwärmung von 2 Grad fast vollständig unter dem Meeresspiegel. Die Dringlichkeit des Problems ist den Städtern von Miami bewusst. Kommissionsmitglieder hoffen auf die Durchsetzung des „Miami Forever“ Bonds. Damit würden 192 Millionen US Dollar freigesetzt, um Pumpstationen zu verbessern, Ableitungskanäle zu vergrößern, Straßen zu erhöhen und Schutzdämme zu bauen.

Trotz weltweiter Bemühungen erleben wir laut der World Meterological Organization im Moment wieder einen Rekordanstieg von CO2-Emissionen. Für die Folgen zahlen nicht Industrie und Unternehmen, sondern Kommunen, Städte und Einzelpersonen.