SEEKUH von One Earth – One Ocean sticht in See

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Die SEEKUH, das erste zertifizierte Forschungs- und Müllsammelschiff, sticht in See © Frank Brodmerkel / OEOO
Die SEEKUH, das erste zertifizierte Forschungs- und Müllsammelschiff, sticht in See © Frank Brodmerkel / OEOO

Mehr als 140 Millionen Tonnen Plastik befinden sich bereits heute in den Meeren. Bis zum Jahre 2050 werden mehr Plastikteile als Fische in den weltweiten Meeren schwimmen und diese gelangen als Mikroplastik sogar in unsere Nahrungskette. Mit ihrem Konzept der „maritimen Müllabfuhr“, bei der Plastikmüll von Spezialschiffen aus dem Meer gefischt und wiederverwertet wird, will die Umweltorganisation One Earth – One Ocean e.V Menschen dazu aufrufen, dieses drängende Umweltproblem aktiv zu bekämpfen.

Im Rahmen des 35. Deutschen Seeschifffahrtstages wurde nun das erste zertifizierte Müllsammelschiff auf den Namen „SEEKUH“ getauft und ist bereit für seinen Einsatz. Der Spezialkatamaran zum Sammeln von Plastikmüll wurde von Günther Bonin, dem Gründer der Münchner Umweltorganisation One Earth – One Ocean e.V., entwickelt, hat eine Größe von etwa 12 x 10 Metern (L x B) und wiegt knapp sechs Tonnen. Das Schiff ist zerlegbar und kann per Frachtcontainer zu Einsätzen an jeden Ort der Welt gebracht werden. Für den vollständig durch Spenden finanzierten Bau der SEEKUH, einem Forschungs-, Reinigungs- und Aufklärungsschiff, wurden Mittel in Höhe von etwa einer viertel Million Euro gesammelt. Hauptsponsor ist die Mannheimer Röchlingstiftung. Drei Jahre hat es gedauert, die SEEKUH von einer visionären Idee zur Wirklichkeit werden zu lassen. Cleanenergy-Project veröffentlichte bereits 2013 ein Interview mit Günther Bonin zu seinem Projekt.

Die SEEKUH, die für den Einsatz in küstennahen Regionen und Flussmündungen konzipiert ist, ist nun das erste seetaugliche Forschungs-, Reinigungs- und Aufklärungsschiff des Konzepts. Der auf der Werft von Lübeck Yacht Trave Schiff GmbH gebaute Katamaran wurde als Arbeitsschiff DNV/GL-zugelassen (praktisch dem TÜV für Schiffe) und kann neben dem Müllsammeln auch Wasseranalysen vornehmen. 2017 soll die SEEKUH einige Monate in Hong Kong eingesetzt werden, ehe sie im Sommer 2017 an der deutschen Ostseeküste Wasserproben analysiert und Müll einsammelt.

Die Katamaran-Form ermöglicht es bei einem Tiefgang von nur 60 Zentimetern, zwischen den beiden Rümpfen eine Netzkonstruktion ins Wasser abzusenken, mit der der Plastikmüll bis in eine Tiefe von zwei Metern herausgefischt wird. Damit sich keine Lebewesen in den Netzen verfangen, fährt die durch zwei Außenbordmotore à 63 PS angetriebene SEEKUH in Schrittgeschwindigkeit. In Gegenden mit hohem Müllaufkommen im Wasser kann sie mit ihren Netzen täglich mehrmals 2-3 Tonnen sammeln oder bei hohen Verunreinigungen am Strand den Müll nach dem Baggerprinzip direkt an Land schieben. Später sollen „HOCHSEEKÜHE“ – autark durch Wind- und Sonnenenergie angetrieben – auf hoher See selbständig Plastikmüll sammeln.

„Ich bin sehr stolz, nach fünf Jahren der Überzeugungsarbeit nun endlich die SEEKUH fertig und im Wasser zu haben, um die Öffentlichkeit auf das dringende Problem des Plastikmülls und des Marine Littering hinzuweisen“, erklärt Günther Bonin und bedankt sich bei allen Unterstützern und Spendern.

Die Umweltorganisation One Earth – OneOcean mit Sitz in München Garching hat das Ziel, Gewässer vom Plastikmüll, aber auch Öl und Schadstoffen zu befreien und wurde für sein Konzept der Maritimen Müllabfuhr bereits mit dem renommierten GreenTec Award 2013 ausgezeichnet.

Quelle und weitere Informationen: http://www.oneearth-oneocean.com

 

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