Seatec-Absichtserklärung unterzeichnet

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Nordsee; Foto: shutterstock

Die Nordsee-Anrainerstaaten wollen den Bau des geplanten Stromnetzes auf dem Grund der Nordsee vorantreiben und haben in Brüssel unter Federführung der EU-Kommission am Rande des EU-Energieministerrats eine Absichtserklärung für das Milliardenprojekt unterzeichnet. Durch das Netz sollen die Staaten im Strombereich miteinander verbunden werden. Geplant sind mehrere Tausend Kilometer Hochspannungs-Unterseekabel in der Nordsee, die Windparks, Wasserkraftwerke, Gezeitenkraftwerke und Solaranlagen miteinander verbinden. Es wäre das erste grenzübergreifende Energienetz überhaupt. Unterzeichnet wurde die Absichtserklärung von den Ländern Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Irland, Luxemburg, Schweden, Großbritannien, Norwegen und Niederlande.

Die Initiative Seatec wurde vor einem Jahr ins Leben gerufen. Innerhalb von drei Jahren wollen die beteiligten Länder nun einen Plan zur Umsetzung des Vorhabens erarbeiten. Dem Projekt wird große Bedeutung im Rahmen des Ausbaus erneuerbarer Energien beigemessen, denn es könnte das bislang größte Problem beim Ausbau der erneuerbaren Energien lösen. Wetterbedingte Versorgungsengpässe unterschiedlicher Energieträger könnten umgangen und dadurch die Energieversorgung weiter Teile Europas sichergestellt werden. Schwankungen in der deutschen Windenergieversorgung könnten beispielsweise durch skandinavische Wasserspeicherkraftwerke oder dänische Gezeitenkraftwerke ausgeglichen werden. Experten zufolge belaufen sich die Kosten für das Gesamtprojekt auf bis zu 30 Milliarden Euro.

Das Projekt Seatec zeigt ebenso wie das Wüstenstromprojekt Desertec die starken Bemühungen und Ambitionen der europäischen Staaten, den Ausbau erneuerbarer Energie voranzutreiben. Sollte die Umsetzung gelingen, wäre dies ein wichtiger Schritt in Richtung eines ressourcenschonenden und klimafreundlichen Wirtschaftens für Europa.

Josephin Lehnert

 

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