Komplette Umstellung auf Elektro in Schweden

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Umwelt, E-Auto
Das E-Auto soll eine umweltfreundlicher und effizienter Alternative zum Diesel-Auto sein

Der Konzern spricht von einem neuen Kapitel in der Automobilgeschichte. Volvo hat angekündigt, sich in den kommenden Jahren vom Verbrennungsmotor zu verabschieden. Ab 2019 soll jedes Modell der Schweden mit Elektromotoren ausgestattet werden. In Zukunft werde es bei Volvo keine Autos ohne Elektromotor mehr geben. Modelle mit Verbrennungsmotoren, also Benziner und Diesel, sollten schrittweise durch elektrisch angetriebene Fahrzeuge ersetzt werden. Das erklärte Volvo-Boss Hakan Samuelsson auf einer Pressekonferenz.

 „This is about the customer“, sagte der Konzernchef Samuelsson. Und weiter: „People increasingly demand electrified cars and we want to respond to our customers current and future needs.You can now pick and choose whichever electrified Volvo you wish.“

Wie alle Hersteller verbessert Volvo also seine CO2-Bilanz nicht in erster Linie der Umwelt zuliebe, sondern, um seine Kunden zufriedenzustellen. Außerdem drücken EU-Regularien. Wer die vorgeschriebenen CO2-Werte nicht einhält, dem drohen als Autobauer Strafen in Millionenhöhen.

Für Volvo waren die Strafen bis vor einigen Jahren noch kein Problem. Die Schweden verkauften über 80 Prozent ihrer Flotte als Diesel. Doch nach dem Abgasskandal geriet ebenjener mächtig in Verruf. Die Kunden sind verunsichert, die Verkaufszahlen sinken.

Als vergleichsweise kleiner Hersteller ist Volvo nun zum Handeln gezwungen. Die Konzernspitze muss sich künftige Investitionen gut überlegen. Es gibt nicht so viel finanziellen Spielraum, wie ihn beispielsweise der weltgrößte Automobilkonzern Volkswagen hat. VW kann gleichzeitig an neuen Brennstoffzellen forschen, Elektroautos entwickeln und sich nebenbei noch einmal Erdgasmotoren widmen.

Volvo musste sich eine Elektrifizierungsstrategie überlegen. Diese machte Samuelsson am Mittwoch noch einmal deutlich.

Ab 2019 werden zwar noch Verbrennungsmotoren in neuen Modellen eingesetzt, aber nur noch ergänzt mit Hybridsystemen.

Dazu gehört zum einen der Plug-in-Hybridantrieb, mit dem sich der Akku an der Steckdose aufladen lässt. Volvo hat hier bereits das sogenannte Twin-Engine-System entwickelt, das einen Zwei-Liter-Vierzylinderbenziner mit 320 PS mit einem 87 PS starken Elektromotor kombiniert. Dieses Aggregat kommt derzeit in den Flaggschiffen der Marke zum Einsatz, unter anderem im SUV XC90. Bestenfalls sind damit rein elektrische Reichweiten von rund 50 Kilometern möglich.

Zum anderen setzt Volvo auf ein Mild-Hybridsystem mit 48-Volt-Bordnetz, das sowohl zusammen mit Benziner- als auch mit Dieselmotoren kombiniert wird. Hier lädt sich der Akku durch Rückgewinnung der Bremsenergie auf. Rein elektrisch kann das Auto damit nicht fahren, der Akku liefert aber Energie beim Anfahren und beim Beschleunigen. Geplant ist unter anderem ein besonders sparsamer Dreizylindermotor mit Mild-Hybridsystem.

Zwischen 2019 bis 2021 sollen außerdem fünf rein batteriebetriebene Elektrofahrzeuge erscheinen. „Das werden keine Low-Budget-Autos“, sagte Samuelsson, „sondern Premiumprodukte mit bis zu 500 Kilometern Reichweite“. Eigentlich schade – ein Elektro-Volvo für den Massenmarkt wäre die spektakulärere Ankündigung gewesen. Zwei der fünf angekündigten E-Modelle sollen unter dem Label Polestar auf den Markt kommen – Volvos ehemalige Tuning-Firma wurde zu einer Elektroautomarke umgewandelt. Zu Preisen äußerte sich Samuelsson nicht.

Quelle: Volvo