Sachverständigenrat spricht sich für 100 Prozent erneuerbaren Strom bis 2050 aus

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Vergangene Woche hat der Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen (SRU) in einer Stellungnahme bekannt gegeben, dass er 100 Prozent Strom aus regenerativen Energiequellen nicht nur für möglich, sondern auch für ökonomisch sinnvoll hält.

Um diese Energiewende zu schaffen, seien jedoch entscheidende Weichenstellungen seitens der Bundesregierung notwendig. Der SRU spricht sich in der Stellungnahme unter anderem sowohl gegen die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken, als auch den Neubau von Kohlekraftwerken aus. Diese Techniken würden einem Ausbau der erneuerbaren Energien entgegenstehen.

Um die Schwankungen bei Wind- und Solarkraftwerken auszugleichen seien jedoch Kooperationen mit skandinavischen Ländern wie Schweden und Norwegen anzustreben. Diese verfügen über die nötigen Speicherungspotenziale in Form von Pumpspeicherkraftwerken. Ein europäischer Verbund mit Nordafrika sei ebenfalls denkbar. Dieses Szenario wird auch durch ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers untermauert. Zudem müssen die Stromnetze ausgebaut werden, um den Transport der großen Strommengen sicherzustellen (siehe dazu auch den Artikel „Stromnetz wird zum Nadelöhr für den Ausbau der erneuerbaren Energien“).

In der Stellungnahme, die sich unter anderem auf Modellrechnungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) stützt, wird darauf hingewiesen, dass eine komplette Umstellung der Stromerzeugung auf erneuerbare Energien wahrscheinlich sogar Kostenvorteile gegenüber einem Mix aus erneuerbaren und CO2-armen konventionellen Erzeugungstechniken aufweisen dürfte.

Im Herbst dieses Jahres will die Bundesregierung ein Energiekonzept vorstellen, das wegweisend für den Energiemix der nächsten Jahrzehnte sein soll. Dann wird sich zeigen, ob die Regierung die Wende angeht. Die wissenschaftlichen Stimmen sprechen in dieser Frage eine eindeutige Sprache.

Oliver Hölzinger

 

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