Sachsens Behörden fahren mit eigenem Strom

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"Angetrieben aus der Energie des Wassers". Foto: Landestalsperrenverwaltung Sachsen
"Angetrieben aus der Energie des Wassers". Foto: ©Landestalsperrenverwaltung Sachsen

Künftig fährt die Landestalsperrenverwaltung (LTV) mit eigenem Strom. An den Talsperren Saidenbach und Bautzen kommen neue e-Golfs zum Einsatz. Die Besonderheit: der notwendige Strom wird direkt an Ort und Stelle produziert – mit Wasserkraft. Das zeigt auch der auffällige Schriftzug auf der Seite der Autos. „Angetrieben aus der Energie des Wassers“ ist da in großen Buchstaben zu lesen. Blaue Wellenlinien und der Schattenriss einer Talsperre unterstreichen die Botschaft.

 

Denn an genau so einer Talsperre werden die Autos künftig häufiger zu sehen sein. Am Mittwoch übergab die Gläserne Manufaktur Dresden die Fahrzeuge an die Landestalsperrenverwaltung, repräsentiert von Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt.

„Elektrisch betriebene Fahrzeuge schneiden mit ihrer Klimabilanz im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren sehr gut ab – bereits jetzt mit dem heutigen Strommix“, so der Umweltminister. „Bei diesen beiden Fahrzeugen handelt es sich aber sogar um echte Null-Emissionsfahrzeuge. Der Strom stammt ausschließlich aus Wasserkraft, also aus erneuerbaren Energien“.

Denn das Besondere an den neuen Autos: sie rollen zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien. Der zum Fahren benötigte Strom wird an den Talsperren mit Hilfe von Wasserkraft direkt produziert. Damit übertreffen sie in ihrer Klimabilanz nicht nur klassische Verbrennungsmotoren, sondern auch andere Elektrofahrzeuge, die am allgemeinen Stromnetz aufgeladen werden.

Die Übergabe der Autos war aber bloß der Anfang. Sie sind Teil eines Projektes, das die Sächsische Landesregierung im April 2017 beschloss. Das Rahmenkonzept des Sächsischen Kabinetts sieht vor, den Anteil an Elektrofahrzeugen des Behördenfuhrparks stark zu erhöhen. Zugleich soll der Ausbau der Infrastruktur deutlich verstärkt werden. Aktuell nutzen die Behörden 72 Elektrofahrzeuge.

An Zwölf Talsperren betreibt die Landestalsperrenverwaltung Wasserkraftwerke. Gemeinsam produzieren sie jährlich etwa 1,6 Millionen Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem Bedarf von 320 Einfamilienhäusern. Etwa die Hälfte des erzeugten Stroms wird für die Bewirtschaftung der Talsperren genutzt – unter anderem für den Betrieb von Messgeräten, Computern und Steuerungsanlagen. Strom aus Wasserkraft sorgt aber auch für Beleuchtung und Heizung und dafür, dass die Anlagen im Winter frostfrei bleiben. Die andere Hälfte des erzeugten Stroms wird in das Energienetz des Freistaats eingespeist. Neben den zwölf eigenen Kraftwerken sind an den Talsperren auch Anlagen von Fremdunternehmen vorhanden, die der klimafreundlichen Stromerzeugung dienen.

Quelle: sachsen.de