Renewables Global Futures Report 2017

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Energiewende planen
den Wissensaustausch zu erleichtern, Strategien zu entwickeln und gemeinsame Aktionen für eine schnellstmögliche globale Energiewende zu planen © ren21.net

REN21 ist ein globales multi-interessenvertretendes Netzwerk für erneuerbare Energien Strategien, das eine weite Reihe von Akteuren in dem Energiebereich zusammenbringt. Das Ziel des Netzwerks ist es, den Wissensaustausch zu erleichtern, Strategien zu entwickeln und gemeinsame Aktionen für eine schnellstmögliche globale Energiewende zu planen. Nun hat REN21 den „Renewables Global Futures Report 2017“ veröffentlicht.

Der Report dient dazu, die verschiedensten Versionen und Meinungen auf die Vision einer 100 Prozent erneuerbare Energien Zukunft zu sammeln. Während viele Akteure der Meinung sind, dass 100 Prozent erneuerbare Energien bis Mitte des Jahrhunderts nichts weiter als ein Wunschtraum ist, geben andere zu Bedenken, dass mit genügend politischem Willen (z.B. effektive Politik und finanzielle Anreize), viele Hürden überkommen werden können, die zunächst noch unüberwindbar schienen. Der rasante Ausbau und die erstaunliche Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien in den letzten Jahrzehnten ist ein gutes Beispiel dafür.

Es ist daher sinnvoll, einen Blick auf die Meinung von Experten bezüglich erneuerbarer Energien zu werfen. Die befragten Experten stammen aus 10 verschiedenen Regionen (Afrika, Australien & Ozeanien, China,  Europa, Indien, Japan, Latein Amerika, Nordamerika, Internationale Organisationen), wobei jeweils bis zu 22 Experten aus den REN21 Mitgliedern ausgewählt wurden.

Folgende Grafik gibt an, inwieweit Experten in dem Gebiet der erneuerbaren Energien davon überzeugt sind, dass eine 100-prozentige Energiewende auf globalem Level finanziell realisierbar und realistisch ist.

© REN21

Während die Experten aus Australien, Ozeanien, Europa und internationalen Organisationen mit großer Mehrheit zustimmten, dass die 100-Prozent-Vision finanziell möglich sei, stimmten Experten aus den Vereinigten Staaten und Japan eher dagegen. Sie bemängelten die internationale wirtschaftliche Bereitschaft und sahen anhaltende Probleme in der Energiespeicherung und bei Transporttechnologien. Auch die Experten aus Entwicklungsländern hielten die Version tendenziell für unwahrscheinlich: die weiterbestehende Verfügbarkeit fossiler Ressourcen sowie aufkommende Konflikte in der wirtschaftlichen Entwicklung sprächen gegen den Ausbau erneuerbarer Energien. Es ist daher sinnvoll, einen Blick auf die Kosten erneuerbarer Energien zu werfen.

Für die nächste Grafik wurden die Experten befragt, ob sie es für wahrscheinlich halten, dass die Kosten erneuerbarer Energien in den nächsten zehn Jahren weiter fallen und günstiger als fossile Ressourcen werden.

© REN21

Aus der Grafik wird ersichtlich, dass über die Hälfte der befragten Experten an den klaren Trend der Preissenkung der erneuerbaren Energien auch für die Zukunft glauben. Die Marktpreise – insbesondere für Photovoltaik- und Windenergie – stimmen mit den projektierten Lernkurven überein. In dem Falle der Photovoltaik sind in den letzten 30 Jahren die Kosten bei jeder Dopplung des Marktvolumens um 20 Prozent gesunken. Die Lernkurveneffekte verringern Kosten signifikant, sodass die Preise erneuerbarer Energien in Zukunft sogar leichter voraussagbar sein könnten als die Entwicklungen der Preise fossiler Energien.

Wenn die Solarenergie es also geschafft hat, sich innerhalb von 30 Jahren von der teuersten Energieumwandlungs-Technologie zu einer der günstigsten im Jahr 2016 zu etablieren – durch technische Potentiale, Investitionen in die Technik, Marktvolumen und Lernkurveneffekte – warum dann nicht an die 100-Prozent-Vision-glauben und diese anstreben?

Quellen:

REN21: Renewables Global Futures Report 2017
REN21: About us