Einigung auf Reform zum Emissionshandel

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Emissionshandel soll die Industrie zum Klimaschutz anreizen.
Die Reform des Emissionshandels soll den Klimaschutz stärken

Erst letzte Woche wurde durch die WMO bekannt, dass sich im vergangenen Jahr so viel CO2 in der Atmosphäre befand, wie noch nie. Zeitgleich warnte die UN davor, dass die globale Temperatur um drei Grad ansteigen könnte. Fast wie gerufen kommt da die vorläufige Einigung der Reform zum Emissionshandel. Nach monatelangen Verhandlungen konnte sich nun doch auf ein umfassendes Reformpaket geeinigt werden. Es soll den Anreiz für die Industrie erhöhen mehr auf ihre Emissionswerte zu achten.

2005 wurde der Emissionshandel als zentrales Klimaschutzinstrument eingeführt. Dadurch müssen Kraftwerke und Fabriken je Tonne klimaschädlicher Emissionen ein Zertifikat erwerben. Produziert eine Fabrik nun weniger Tonnen Emissionen, als sie Zertifikate hat, kann sie diese an Fabriken weiterverkaufen, die zu wenige Zertifikate für ihren Ausstoß haben. Doch bisher war das Angebot an solchen Lizenzen so groß, dass ihr geringer Preis kaum ein Anreiz zum Emissionssparen waren. Das soll sich mit einer neuen Reform von EU-Mitgliedsstaaten und EU-Parlament nun ändern.

Grundlegende Änderungen sollen Industrie motivieren – Reform zum Emissionshandel

Die grundlegendste Umgestaltung, die den Anreiz für die Industrie vergrößern soll, liegt in der Reduzierung der verfügbaren Zertifikate. So sollen ab 2019 jedes Jahr 24 Prozent der überschüssigen Zertifikate vom Markt genommen werden. Diese werden anschließend zur Marktstabilitätsreserve. Damit der Emissionshandel durch seine Reform auch wirklich langfristig greift, verbleiben ab 2023 jeweils nur noch so viele Zertifikate in Reserve, wie im Vorjahr versteigert wurden. Die übrigen werden gelöscht.

Eine weitere Erneuerung ist die Möglichkeit, den Emissionshandel an nationale Maßnahmen zu koppeln. Möchte ein Land beispielsweise aus der Kohlekraft aussteigen, kann es die entsprechende Anzahl an Zertifikaten aus dieser Branche zusätzlich vom Markt nehmen.

Emissionshandel allein kann kein Klima retten

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ist froh über die Einigung. Sie hat prognostiziert, dass der Emissionshandel so nach 2020 endlich Wirkung zeigen wird, auch wenn es für die Industrie sehr anstrengend werden wird. Allerdings weist sie auch darauf hin, dass Emissionshandel alleine das Erreichen der Klimaziele nicht sicher kann. Dieser könne die Klimaschutzpolitik zwar unterstützen, aber nicht ersetzen.

Nachdem Unterhändler sich nun auf diese Reform geeinigt haben, müssen EU-Staaten und dem EU-Parlament diese nun noch offiziell bestätigen.

Quelle: BUND