Reduzierung klimaschädlicher FKWs beschlossen

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FKW Kühlmittel
FKW Kühlmittel

Von einem „Riesenschritt nach vorne“ sprach US-Außenminister Kerry bei der Klimakonferenz in Ruandas Hauptstadt Kigali. Im Kampf gegen den Klimawandel konnte eine Einigung zur Reduzierung des Gebrauchs der schwer umweltschädlichen Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) erzielt werden. Sie werden vor allem in Kühlschränken und Klimaanlagen eingesetzt.

Die Fluorkohlenwasserstoffe wurden zumeist als Ersatz für die ozonschädigenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) eingesetzt. Letztere waren dafür verantwortlich, dass sich in den Achtzigern ein Ozonloch bildete. 1989 trat das Montreal-Protokoll in Kraft, das die Nutzung weltweit verbot. Es gilt als einer der größten Erfolge globaler Umweltpolitik. Doch der Nutzen für unser Klima ist durch den FKW-Gebrauch stark in Gefahr geraten. Sie sind zwar für die Ozonschicht ungefährlich, haben aber eine extrem starke Treibhauswirkung. Experten sprechen vom mehrere-tausendfachen von CO2. Außerdem sind sie mit über zehn Prozent Wachstumsrate die am schnellsten wachsende Treibhausgasklasse.

Vertreter von fast 200 Staaten einigten sich nun auf eine rechtlich bindende Vereinbarung zur raschen Senkung des FKW-Verbrauchs. Im Falle ihrer Umsetzung würde sie dazu beitragen das seit Paris angestrebte Ziel, die Erderwärmung um zwei Grad gegenüber dem Stand vor Beginn der Industrialisierung zu verringern.

Die Umsetzung erfolgt schrittweise, in vier Gruppen. Länder wie die USA und die meisten europäischen, so auch Deutschland, verpflichten sich den Gebrauch der FKW-Gase bis 2019 um zehn und bis 2036 um 85 Prozent zu verringern. Die Entwicklungsländer dürfen sich mehr Zeit lassen. Zwei Gruppen sollen die Verwendung schrittweise bis je 2024 oder 2028 reduzieren. Indien, Pakistan, der Irak und der Iran sowie andere Golfstaaten haben noch länger Zeit. Bis in die 2040er soll der Gesamtverbrauch auf 15-20 Prozent eingeschränkt werden.

Bis zum Jahre 2050 soll durch die jetzt beschlossene Reduktion eine Menge an Treibhausgasen eingespart werden, die etwa 65 Milliarden Tonnen CO2 entspricht. Das wären etwa 70 Jahre allein deutscher Emissionen. Das Abkommen enthält Verpflichtungen Produktion und Verbrauch von 17 Fluorkohlenwasserstoffen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks dazu: „Die Beschlüsse von Kigali sind ein Meilenstein für den weltweiten Klimaschutz. Die Staatengemeinschaft hat sich im Kampf gegen den Klimawandel erneut als handlungsfähig erwiesen. Fluorkohlenwasserstoffe haben sich zu einem ernsthaften Problem für das Weltklima entwickelt. Wenn die Welt jetzt den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen schafft, können wir die drohende Erderwärmung um bis zu ein halbes Grad Celsius verringern. Wir werden die Entwicklungsländer bei der Umstellung tatkräftig unterstützen.“

Quellen: BMUB, UNEP

 

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