Radverkehrsförderung zeigt Wirkung

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Radverkehrsförderung in Kommunen
Radverkehrsförderung in Kommunen

Immer mehr Menschen steigen im Alltag und in ihrer Freizeit aufs Rad. Verantwortlich dafür ist nicht nur das Aufkommen der Pedelecs, sondern auch die Förderung des Radverkehrs durch die Landesregierung. Die Wirkungsanalyse in Baden-Württemberg belegt den positiven Einfluss des politischen Engagements in dem Bundesland.

In der Wirkungsanalyse, die 2009 mit einer Nullanalyse eingeführt worden ist, zeigt sich: Die ab dem Jahr 2009 und im Jahr 2011 deutlich intensivierten Maßnahmen zur Radverkehrsförderung entfalten eine deutlich positive Wirkung. Demnach hat die Radverkehrsnutzung zugenommen, während das Risiko für Radfahrer, in Unfälle verwickelt zu werden, verringert wurde. Bei der Wegweisung hat Baden-Württemberg mit dem einheitlichen Landesradnetz einen großen Schritt voran gemacht und die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) in Baden-Württemberg ist durch ihren konkreten Nutzen gar nicht mehr wegzudenken bei den Mitgliedskommunen.

Die systematische Radverkehrsförderung ist nicht nur im Sinne der Landesregierung, sondern auch die Kommunen machen sich dafür stark. Um deren tatsächliche Wirkung zu erfassen, wurde fünf Jahre nach der Nullanalyse im Jahr 2009 die erste Nachher-Messung eingeleitet. Der Vorher-Nachher-Vergleich liefert nun erstmals Erkenntnisse zum Einfluss der eingeleiteten Maßnahmen auf den Radverkehr in Baden-Württemberg. Durch Befragungen, Zählungen, Beobachtungen und Befahrungen haben die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) und ein unabhängiger Gutachter die Situation systematisch erfasst und mit Hilfe eines Indikatorenkatalogs anschließend bewertet. Zur Abbildung eines möglichst repräsentativen und vollständigen Bildes wurden elf Städte und Landkreise ausgewählt, die sich bezüglich Größe, Lage und Ausgangsbedingungen unterscheiden.

Hinsichtlich der Radverkehrsnutzung zeigt sich eine Zunahme von Fahrradfahrern um 35 Prozent. Das Fahrrad hat damit einen hohen Stellenwert bei den Baden-Württembergern, was dem Ziel der Landesregierung entspricht. Denn der Radverkehrsanteil von 8 Prozent im Jahr 2008 soll sich bis 2020 auf 16 Prozent verdoppeln. Eine weitere Steigerung auf 20 Prozent soll bis 2030 erreicht werden.

Obwohl mehr Fahrradfahrer aufs Rad steigen, ist die Zahl der Unfälle leicht rückläufig. Dies belegen nicht nur die Zahlen der Studie, sondern auch das subjektive Empfinden der Befragten. Hier konnten überwiegend positive Veränderungen festgestellt werden, ein großes Sicherheitsrisiko stellen für die Bürger unter anderem falsch parkende Autos auf Radwegen dar.

Wichtig für eine erfolgreiche Radverkehrsförderung ist darüber hinaus ein fundiertes Radverkehrskonzept, das klare Ziele und Maßnahmen beinhaltet. Fast alle Untersuchungskommunen können auf solch eine konzeptionelle Grundlage zurückgreifen, wobei die Qualität und Vollständigkeit der Konzepte stark variiert. Eine weitere konzeptionelle Rahmenbedingung ist die Höhe der zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel innerhalb der Kommune, welche allerdings der Analyse zufolge deutlich unterschritten werden.

Trotzdem verfügen alle Untersuchungskommunen inzwischen über ein Radverkehrsnetz und es lassen sich erhebliche Verbesserungen, beispielsweise durch die Freigabe von Einbahnstraßen für Radfahrer, feststellen. Defizite bestehen dennoch in der Gestaltung von Kreuzungen und Einmündungen sowie bei der Aufhebung der Benutzungspflicht von Radwegen. Enormen Handlungsbedarf gibt es darüber hinaus bei der Installation und Bereitstellung geeigneter Fahrradabstellanlagen in Form von festen Stationen und Fahrradboxen. Dienstleistungen rund ums Fahrrad sowie Maßnahmen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit haben hingegen alle Kommunen deutlich intensiviert, während zuletzt beim Thema Radtourismus das Engagement sehr unterschiedlich ausfällt.

In Baden-Württemberg hat sich schließlich in den vergangenen Jahren einiges hinsichtlich der Radverkehrsförderung getan. Allerdings besteht vor allem im Bereich der Mittelbereitstellung, bei der Gestaltung der Straßenkreuzungen und Einmündungen für den Radverkehr sowie beim Fahrradparken ein enormer Handlungsbedarf. Doch Radverkehrsförderung benötigt einen langen Atem und Kontinuität. Denn die jetzt angestoßenen Maßnahmen machen sich erst in ein paar Jahren in Kennzahlen bemerkbar. 

 

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