PV-Module entsorgen

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Alte PV-Module

Die Finanzierung von Photovoltaikanlagen macht die KfW-Bankengruppe schon seit 2010 vom Vorliegen einer Rücknahme- und Entsorgungsvereinbarung des gewählten Modulherstellers abhängig. Kann diese vom künftigen Betreiber nicht vorgelegt werden, so fällt auch die Finanzierung der Anlage über die Kreditanstalt für Wiederaufbau flach.

Die Novellierung der Elektroschrott-Richtlinien (WEEE) soll Modulhersteller und Importeure ebenfalls verstärkt in die Pflicht nehmen. Die für Sommer 2012 geplante Durchsetzung besagt, dass die von ihnen gelieferten Module kostenfrei zurückzunehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen sind. So wird ein wirtschaftliches und ökologisches Recycling von Modulen angestrebt, um dem Abfallaufkommen aus der PV-Industrie Herr zu werden und wertvolle Primärmaterialien wiederzuverwerten.

Es wird nicht mehr lange dauern, dann könnte uns eine wahre Altmodulflut entgegenschwappen. Hersteller prohezeien ihren Modulen zwar eine lange Lebensdauer, dennoch ist sie begrenzt und irgendwann hat auch das beste Moduel ausgedient. Knapp 4.000 Tonnen Abfall durch Module kamen im Jahr 2008 in der gesamten EU zusammen. Das wird sich allerdings in den kommenden Jahren deutlich steigern, denn das PV-Interesse wächst seit 2005 kontinuierlich an. Für das Jahr 2030 werden rund 130.000 Tonnen Modulmüll erwartete.

Lange Zeit haben sich Modulhersteller um die spätere Entsorgung der von ihnen produzierten Module kaum Gedanken gemacht. Im Vordergrund stand die Produktion von umweltfreundlichem Strom, die gesamte Ökobilanz eines Solarmoduls wurde hingegen vernachlässigt. Ausgediente Module kamen auf den Müll, womit die Umweltfreundlichkeit schnell ins Abseits geriet. Nicht nur teilweise giftige Komponenten können bei einer nicht fachgerechten Entsorgung in die Umwelt gelangen, auch wertvolle Stoffe wie Glas, Aluminium oder wichtige Halbleitermaterialien gehen ungenutzt verloren. Sie lassen sich nämlich wunderbar abtrennen und wiederverwerten, was den Energie- und Ressourcenverbrauch bei der Produktion und natürlich das Müllaufkommen deutlich senkt.

Einen ersten Schritt in Sachen Modulrecycling hab PV Cycle bereits im Jahr 2007 gemacht – auch ohne zwingende Gesetzesvorgaben! Acht Organisationen der PV-Industrie haben sich zusammengeschlossen und auf freiwilliger Basis der kostenlosen Rücknahme ihrer Module verschrieben. Mittlerweile gehören der Organisation mehr als 230 Firmen auf er ganzen Welt an, sie repräsentieren beinahe 90 Prozent des europäischen PV-Marktes. Seit Juni 2010 werden die End-of-Live-Module ihrer Mitglieder an zentralen Stellen gesammelt und modernen Recyclinganlagen zugeführt. In ihnen kann fast 100 Prozent des in den Modulen verbauten Glases abgetrennt und wiederverwertet werden. Bei den Halbleitermaterialien sind es immerhin bis zu 95 Prozent, die nicht ungenutzt auf dem Müll landen und auch das Recycling der Metalle erreicht eine recht hohe Rückgewinnungsquote.

Im ersten Quartal dieses Jahres konnten alleine in Deutschland schon 600 Tonnen Modulschrott gesammelt werden. Tendenz steigend, denn die Gesetzesneufassung wird sicherlich noch einen weiteren Mitliederzuwachs nach sich ziehen. 

Judith Schomaker

 

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