Prognose: 2100 ist Golfregion teilweise unbewohnbar

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Klimawandel Auswirkungen
Klimawandel Auswirkungen

Der Klimawandel wir die Golfstaaten bis zum Jahr 2100 derart aufheizen, dass Menschen dort langfristig  wahrscheinlich nicht mehr überleben können. Bereits in wenigen Jahrzehnten wird es in der Region, die schon heute zu einer der heißesten des Planeten zählt, im Sommer regelmäßig um die 60 Grad Celsius heiß werden. Dieses düstere Zukunftsbild prognostizieren US-Forscher, die verschiedene Erwärmungs-Szenarien für die Region simuliert haben. Ihre Ergebnisse haben sie Anfang der Woche im Fachjournal „Nature Climate Change“ veröffentlicht.

Unser Körper kann einiges wegstecken, auch hohe Temperaturen. Wird es allerdings wärmer als 30-35 Grad Celsius, wird es schnell unangenehm, oder – bei kranken und schwachen Menschen – sogar gefährlich. Wird es wärmer als 40 Grad, führt das jedoch selbst bei gesunden Menschen früher oder später zum Kreislaufkollaps, wenn wir uns nicht in den Schatten begeben oder Abkühlung verschaffen. Temperaturen von 50 Grad und mehr herrschen in den bewohnten Regionen der Erde glücklicherweise nur sehr selten.

Doch das könnte sich bald ändern. Sollte der Klimawandel seinen zerstörerischen Kurs beibehalten, und sich die Erde tatsächlich um die von Klimaforschern prognostizierten vier Grad bis zum Ende des Jahrhunderts aufheizen, könnte es in der Golfregion in den nächsten Jahrzehnten wortwörtlich mörderisch heiß werden. Temperaturen bis zu 60 Grad prognostizieren die Jeremy Pal von der Loyola Marymount University in Los Angeles und Elfatih Eltahir vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge dann bis zum letzten Viertel des Jahrhunderts. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wäre die Region dann für Menschen und auch die meisten anderen Lebewesen langfristig nicht mehr bewohnbar. Zu dieser erschreckenden Erkenntnis gelangten die beiden Forscher, als sie im Rahmen einer Studie die Temperaturentwicklung in der Golfregion anhand von zwei Szenarien simulierten.

Im ersten Szenario gehen sie davon aus, dass die Weltklimakonferenz in Paris und die weiteren Anstrengungen zur Reduktion von Treibhausgasen erfolgreich verlaufen, und der globale CO2-Ausstoß so weit reduziert wird, dass das derzeit international angestrebte Zwei-Grad-Ziel erreicht werden kann. Das zweite Szenario ist weit weniger optimistisch: Dabei simulierten die Forscher, wie sich die Temperaturen entwickeln, wenn der CO2-Ausstoß in seiner heutigen Form ungebremst weitergeht.

Um zu berechnen, ob eine Region langfristig bewohnbar bleiben kann, untersuchten sie die sogenannte Feuchtkugeltemperatur (tF). Diese bezeichnet die Temperatur, auf die sich ein Körper bei optimaler Feuchtigkeit (100 Prozent Umgebungsfeuchtigkeit) kühlen lässt. (Beispielsweise die Temperatur, die ein Quecksilber-Thermometer anzeigt, wenn es in ein nasses Handtuch gewickelt wird). Diese liegt aufgrund des kühlenden Effekts der Verdunstung meist unterhalb der tatsächlichen Außentemperatur.

Ab dem tF-Schwellenwert von 35 Grad Celsius – beispielsweise bei 48 Grad Außentemperatur und etwa 50 Prozent Luftfeuchtigkeit – sei es selbst für die gesündesten Menschen nicht mehr möglich, sich in dieser Umgebung länger als sechs Stunden aufzuhalten, bevor die Temperaturregulierung versagt und der Körper überhitzt.  Ein Überleben in Regionen, wo dieser tF-Schwellenwert längere Zeit überschritten wird, ist demnach nur in klimatisierten Räumen möglich. Ein Luxus, den sich vor allem die ärmlichere Bevölkerung in der Golfregion jedoch nicht leisten kann.

Schon heute näheren sich viele Regionen in den Golfstaaten im Sommer gelegentlich diesem Wert. Sollte die globale Erwärmung wirklich ungebremst weitergehen, werden im letzten Viertel des Jahrhunderts laut Studie Temperaturen um 45 Grad Celsius am Golf „normale“ sommerliche Höchstwerte sein. In den arabischen Golf-Anrainern und im Iran könnte es dann mit bis zu 60 Grad heißer werden, als jemals zuvor in der Geschichte der Wetteraufzeichnung. Der kritische tF-Schwellenwert von 35 Grad Celsius würde dort dann im Sommer nahezu ununterbrochen überschritten, so das erschreckende Ergebnis der Studie.

Quelle: Nature Climate Change 

 

One Response

  1. Gefeu

    9. November 2015 15:14

    Ganz offenbar wissen dies die Saudis etc. auch schon, deswegen schaffen sie nun freie Räume, wo es weniger heiß sein wird und vertreiben die dort ansässige Bevölkerung mittels finanzierter Kriege. Wer sich gut informiert, weiß, dass die IS-Leute fanatische Wahabiten sind, die schon im 19.Jht. damit begonnen haben, die Zeugnisse alter Kulturen zu vernichten. Jetzt treiben sie die Flüchtlinge nach Europa, wobei sie zigtausende Salafisten mit einschleusen. Da wird bei uns so richtig Freude aufkommen und alle Merkels werden sich dann verstecken.

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