Politik erwartet mehr Tempo beim Umstieg

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E-Mobilität muss beschleunigt werden
E-Mobilität

Zwei Tage lang fand in Berlin der eMobility Summit des Tagesspiegels statt. Gäste aus Politik und Wirtschaft diskutierten Fortschritte und Maßnahmen in der Verkehrsbranche. Der siebte E-Mobilitäts-Gipfel stand unter dem Motto „Elektroauto – Wie ist die Million zu schaffen?“.

Die Politik erwartet mehr Tempo beim Umstieg auf die Elektromobilität – vor Allem von den Unternehmen. „Es wird ernst – wir dürfen den Anschluss nicht verpassen“, sagte etwa Norbert Barthle, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

 Der am 9. und 10. Mai stattfindende Gipfel zur Elektromobilität lockte etwa 300 Teilnehmer an. Gesponsert wurde die Veranstaltungen unter Anderem von den Wirtschaftsriesen Daimler und Total. Die Themenschwerpunkte waren unterschiedlich: einerseits stellten sich die Referenten die Frage, welcher Treibstoff künftig als Dieselersatz herhalten könnte. Außerdem ging es um die anstehende Bundestagswahl sowie autonomen Verkehr und smarte Städte.

Insbesondere der weiterhin stagnierende Umstieg auf die Elektromobilität beschäftigte die Teilnehmer. Das vergangene Jahr war von Politik und Wirtschaft lange als „tipping point“ bezeichnet worden. Trotz Kaufprämie wurden noch weniger Elektroautos neu zugelassen als 2015.

Bis 2020 hatte die Bundesregierung angekündigt, dass eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein sollten. Aktuell sind allerdings nur etwa 60.000 Wägen zugelassen – bei immerhin rund 40 Millionen Pkw. Zwar ließ das Bundesverkehrsministerium, in Person von Norbert Barthle, verlauten, dass man weiterhin an diesem Ziel festhalte. Der parlamentarische Staatssekretär gab allerdings auch zu, dass es sehr ambitioniert sei.

Immerhin bleibt die Autoindustrie weiterhin optimistisch. So soll bis 2020 das Angebot an unterschiedlichen Elektromodellen verdreifacht werden. Zusätzlich werden massiv Schnellladestationen an Autobahnen zugebaut. Aktuell sind es schätzungsweise 7400 normale und 300 Schnellladestationen im gesamten Bundesgebiet. Noch im Januar waren es etwa 1000 weniger.

Neben dem Ausbau der Infrastruktur bleiben die hohen Kosten und die geringe Modellauswahl die größten Probleme beim mittelfristigen Umstieg auf die E-Mobilität.

Konzerne wie etwa Daimler (einer der Sponsoren des Gipfels) oder VW werfen ab 2019 verstärkt neue Modelle ihrer E-Reihen auf den Markt. Bis 2019 sollen auch Probleme mit Reichweite oder Ladezeiten behoben sein. So will Daimler mit seiner Modellreihe „Generation EQ“ die bestehenden Konzepte revolutionieren.

Quelle: tagesspiegel.de