Plastikfasten

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Plastikfasten
Leute sollten auch Plastik fasten. © Mohamed Abdularaheem / Shutterstock

Ob Süßigkeiten, Zigaretten, Fast-Food, Fleisch, Alkohol – nach der Karnevalszeit fasten viele Menschen, um somit ihren Lastern zumindest für einige Wochen zu entgehen. Doch wer nicht nur etwas für sich, sondern auch für die Umwelt tun möchte, der fastet Plastik.

Was sich im ersten Moment etwas seltsam anhört, ist durchaus sinnvoll: Der Verzicht auf Plastik zur Fastenzeit, kurz: Plastikfasten. Denn nirgendwo in Europa wird mehr Plastik produziert als in Deutschland, Tendenz steigend. Jährlich werden 11,5 Millionen Plastiktüten benutzt und davon wiederum landen etwa fünf Millionen Tonnen im Müll. Mit der Gebühr auf Plastiktüten im Supermarkt ist zwar ein erster Schritt getan, doch viele Einkäufer schmerzen 10 bis 20 Cent bei ihrem Einkauf kaum. Hinzu kommt, dass gerade die dünnen Tütchen in der Obst- und Gemüseabteilung weiterhin großzügig verteilt werden.

Wer nun ganz bewusst Plastik fasten möchte, der wird feststellen: Bei Obst und Gemüse fällt das noch relativ leicht, aber was macht man beim Einkauf vom Klopapier oder Frischkäse aus dem Kühlregal? Und dann ist da noch das Mikroplastik, was in Kosmetikartikeln enthalten ist.

Wer zum ersten Mal in der Fastenzeit auf Plastik verzichten möchte, der fängt ganz einfach an: Statt Duschgel greift man zur Seife, kauft Wasser in Glasflaschen oder trinkt Leitungswasser und nimmt sich für den Einkauf den guten alten Jutebeutel mit. Milch gibt es inzwischen auch aus der Glasflasche und Käse sowie Wurst lassen sich in mitgebrachte Dosen an der Theke kaufen – vorausgesetzt der Behälter gelingt aus hygienischen Gründen nicht hinter die Theke. Schwieriger wird es dann beim Thema Klopapier oder Putzmittel – beides oftmals in Plastik gehüllt. Grundsätzlich sollte Toilettenpapier aus Recyclingmaterial, also Altpapier, hergestellt sein. Inzwischen findet man es in vielen „Unverpackt-Geschäften“. Wer nun allerdings keinen Unverpackt-Laden in der Nähe hat, der kann große Mengen Klopapier ohne Plastik verpackt im Internet bestellen. Putzmittel lassen sich durch Waschsoda ersetzen oder zumindest umweltfreundliche Produkte.

Doch nicht nur der Konsument  ist gefordert, auch die Politik muss hinsichtlich des Plastikverbrauchs tätig werden. So sollte Mikroplastik in Kosmetik- und Pflegeprodukten verboten werden, denn niemand braucht kleine Plastikteilchen in Duschgel oder Waschmittel. Darüber hinaus ist für den Verbraucher nur schwer nachvollziehbar, was wirklich in dem Produkt steckt, das er verwendet. Zudem ließen sich Plastikverpackungen, wie beispielsweise die eingeschweiste Gurke, verbieten oder einschränken.

Plastikfasten – Warum ist das wichtig?

Das Plastik eine große Gefahr für Umwelt und Natur darstellt, ist inzwischen bekannt. Verpackungen und Wegwerfprodukte aus Plastik landen oftmals in unseren Flüssen sowie im Meer und landen schließlich nicht selten in den Mägen von Meeresbewohnern. Durch Verletzungen sind vor allem die größere Arten gefährdet. So bleiben Seehunde mitunter in Getränkekästen stecken oder Fische und Delfine in aufgegebenen Fischernetzen.

Auch das Mikroplastik stellt ein immer größeres Problem dar. Durch Reibung, Sonnenlicht und Zerfall zersetzt sich das Plastik zu kleinen Teilchen. Unter 5mm Größe spricht man von Mikroplastik. Dies wird auch beim Waschen von Fleece-Klamotten oder flauschiger Sythetikkleidung in den Wasserkreislauf eingeschleust. Die Kläranlagen können Mikroplastik, das per Definition kleiner als 5 Millimeter ist, bislang nicht herausfiltern. Giftige Chemikalien binden sich schließlich an das Mikroplastik, das wiederum von Fischen und anderen Meeresbewohnern aufgenommen werden. Über diesen Weg gelangt der Plastikmüll mit den anlagernden Giftstoffen auch in für den menschlichen Verzehr bestimmte Lebensmittel.

Und so zeigt sich schließlich: Plastikfasten tut Umwelt, Klima und dem Menschen gut!