Palmöl-Ersatz ist keine Alternative

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Bewussterer Palölkonsum kann der Umwelt helfen.
Bewussterer Palölkonsum kann der Umwelt helfen.

Jährlich werden auf 17 Million Hektar 60 Millionen Tonnen Palmöl produziert. 1,8 Millionen Tonnen werden davon pro Jahr in Deutschland verkauft. Doch für den Palmölanbau werden große Flächen des Regenwaldes gerodet, Landnutzugsrechte ignoriert und bedrohte Tierarten vertrieben. Immer wieder wird daher dazu aufgerufen Palmöl zu boykottieren. Der WWF hat nun eine Studie veröffentlicht, die die Konsequenzen eines solchen Boykotts berechnet.

Unser Konsum von Palmöl ist sehr hoch. Oft ist uns auf den ersten Blick gar nicht bewusst, dass sich in dem eben gekauften Produkt Palmöl befindet. Egal ob Lebensmittel, Putzmittel oder Kosmetik: Palmöl ist fast immer dabei. Den größten Anteil unseres Verbrauchs macht mit 41% allerdings der Biodiesel aus, knapp verfolgt mit 40% in Lebens- und Futtermitteln, denn Palmöl landet in der Intensivtierhaltung in großen Mengen in den Futtertrögen.

Auf Grund der immer wieder laut werdenden Forderung nach einem Boykott von Palmöl hat der WWF nun berechnet, welche Folgen es hätte auf Ersatzprodukte umzusteigen. Das Ergebnis der Studie: Es ist nahezu unmöglich auf Palmöl zu verzichten ohne das Problem damit nur zu verlagern oder es womöglich sogar zu verschlimmern. Denn für die gleiche Menge Öl aus anderen Pflanzen wären 1,4 Millionen Hektar zusätzliche Anbaufläche von Nöten. Dies hätte die Bedrohung weiterer Pflanzen- und Tierarten und eine erhöhte Treibhausgasemission zur Folge.

Die Gründe für diese zusätzliche Fläche liegen in der Ertragsmenge der verschiedenen Pflanzen pro Hektar. Ölpalmen sind mit 3,3 Tonnen Öl pro Hektar absoluter Spitzenreiter. Heimische Alternativen wie Raps oder Sonnenblumen schaffen es im Durchschnitt auf gerademal 0,7 Tonnen Öl pro Hektar.

Da ein Verzicht also nicht unbedingt die beste Alternative wäre, drängt der WWF stattdessen auf Änderungen in ökologischer, ökonomischer und sozialer Richtung. Zu diesem Zweck nehmen sie die Politik und die Unternehmen in die Pflicht. Dazu gehören unter anderem die Einführung eines Verbots von Palmöl als Biokraftstoff und die Bindung aller Importe an strenge Nachhaltigkeitskriterien. Des Weiteren sollen Unternehmen in Initiativen zu Verbesserung bestehender Zertifizierungssysteme mitwirken und ihre Lieferanten dazu verpflichten, auf gefährliche Pestizide zu verzichten. Wir Als Konsumenten haben die Aufgabe uns umweltfreundlicher Fortzubewegen und unseren Lebensmittelkonsum bewusster zu gestalten. D.h. lieber frische als Fertigprodukte zu kaufen, weniger Süßes und Fettiges zu uns zu nehmen und weniger, dafür aber besseres Fleisch zu essen. Für uns Konsumenten bedeutet dies nicht nur einen Nutzen für die Umwelt, sondern auch einen Nutzen für unsere Gesundheit.

Quelle: WWF

 

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