Österreichs Antwort auf das Tiny House

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Wohnwagen
Wohnwagen

Was brauchen wir heute zum leben? Lebensraum, Strom, Wasser, Heizung, Nahrung und die meisten wahrscheinlich auch Internet – das sind heutzutage die Grundbedürfnisse eines Menschen.

Dabei sind wir fast immer abhängig von Stromanbietern, Wasserwerken, Supermärkten, Netzbetreibern und im Bereich Lebensraum überwiegend von Mietangeboten. Ein autarkes Leben, wie es vielleicht noch die Großeltern oder Urgroßeltern geführt haben scheint heute kaum noch möglich.

Die Frage nach den Grundbedürfnissen stellte sich auch Christian Frantal und brachte dabei schon einige Erfahrungen aus seinem Verein „Pimp my Home“ mit.
Autark – also selbstversorgend? Ja!
Strom-, Wasser-, Wärme- und Nahrungsversorgung sollten nach den Vorstellungen des Österreichers alle auf etwa 25m² Lebensraum umgesetzt werden – in einem Wohnwagon.

Das Wagon-Statement
Zusammen mit Theresa Steininger gründete Frantal in Wien das Unternehmen WOHNWAGON. Ihr Grundgedanke hinter dem Produkt:

Ein Wohnwagon ist mehr als ein Wohnwagon.
Er ist ein Statement – philosophisch, politisch, persönlich. Er ist eine Lebensart.
Er macht Selbstreduktion zum Luxus. Reduktion heißt hier aber nicht gleich Verzicht.
„Reduce to the Max“ ist das Motto.

Wir bauen nicht nur Wohnwagons, wir gestalten ein Unternehmen, das an sich auch schon ein Statement ist. Weil es nicht nur Nachhaltigkeit in umfassender Form umsetzt und auf natürliche Ressourcen setzt, sondern auch authentisches österreichisches Handwerk in moderner und zukunftsweisender Form zum Leben erweckt.

Ehrliches, authentisches Handwerk mit großer Vision.

Außenansichten 1
Prototyp Oskar ©WOHNWAGON

Selbstversorgung auf moderne Art
Wie also sieht die Grundversorgung genau aus? Das ist abhängig von den selbstgewählten Modifikationen. So kann man sowohl einen externen Stromanschluss verbauen lassen, als auch Hochleistungsphotovoltaikanlagen. Der durch letztere erzeugte Strom kann in Akkus gespeichert werden und reicht für den alltäglichen Gebrauch völlig aus, ausgenommen Fernseher, Kochplatten, Ofen oder andere große Stromfresser. „Die Anlage fordert einen bewussten Umgang mit Energie – ermöglicht aber dennoch ein komfortables, ganzjähriges Wohnen“, lautet dazu die Meinung von WOHNWAGON.

Für die Wasserversorgung gibt es einen Kreislauf, durch den Dusche und Waschbecken versorgt werden. Insgesamt sind über den Wagen verteilt gut 650 Liter Wasser gespeichert, davon befinden sich gut 140 Liter Trinkwasser in Tanks im Boden. Benutztes Brauchwasser wird durch ein Sumpfpflanzendach, einer sogenannten Grünkläranlage, gereinigt. Dazu wird auf der Website genauer beschrieben:

Dafür verwenden wir sogenannte Repositionspflanzen, die aufgrund ihrer hohen Wurzelaktivität besonders gut geeignet sind. Einen großen Teil der Reinigungsleistung übernehmen auch die Mikroorganismen, die im Wurzelraum angesiedelt sind. Die Pflanzen selbst sind winterhart, halten auch Frost aus und sind generell pflegeleicht. Damit die Wurzeln auch im Winter voll aktiv bleiben, ist eine kleine Heizung im Becken integriert, so erhält man das ganze Jahr auf natürliche Weise gereinigtes Wasser.

Ein neuer Trend, nicht nur im Wohnwagonkonzept, ist die Bio-Toilette. Sie erzeugt aus den Ergebnissen der täglichen Toilettengänge Biodünger und Kompost, die dann beim Anbau von Obst und Gemüse genutzt werden können.

Insgesamt erinnert das Konzept stark an die Tiny Houses, die in verschiedensten und buntesten Formen gerade auf der ganzen Welt gebaut werden. Nur das hier neben dem Leben auf kleinem Raum die Nachhaltigkeit im Vordergrund steht.

Für 40.000-90.000€ Eigenheimbesitzer?
Dank zweier Crowdfunding-Aktionen konnte das Projekt genügend Aufmerksamkeit und Investitionen erlangen um einen Prototypen zu bauen und mittlerweile auch Aufträge anzunehmen. Die individuell gestaltbaren Wohnwagons bilden eine nachhaltige Alternative zum Caravan oder auch zum standardisierten Wohnraum. Entsprechend kann auch zwischen Größe und Interieur gewählt werden, sodass der Traum vom Eigenheim schon ab 40.000€ möglich scheint – mit autarker Wasser-, Strom-, Wärme- und wenn man will auch Lebensmittelversorgung. Nur Internet kann der Multitasking-Wagon noch nicht bieten. Doch wer sich für eine solche Alternative entscheidet, der wünscht vielleicht auch gar keine Anbindung ans Netzt.

 

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